Irgendwo habe ich mal gelesen, dass wir 70% unseres Lebens in Gedanken verbringen. Ob die Zahl genau stimmt weiss ich nicht und das kann wohl auch niemand so genau sagen. Ich kann es mir jedoch mehr als gut vorstellen, dass es so ein grosser Teil unseres Lebens ist, den wir mit Denken verbringen. Wir denken die ganze Zeit über irgendwas nach. Die Zukunft, die Vergangenheit, irgendwas gibt’s immer zu bedenken.

Eine kleine Geschichten über zwei Enten

Sam Cadosch - Denken, overthinking - duck

„Zwei Enten in einem Teich haben immer wieder Auseinandersetzungen, die jedoch nie lange dauern. Eben hatten sie wieder so einen Streit und schwimmen nun beide wieder in verschiedene Richtungen auseinander. Jede für sich schlägt ein paarmal kräftig mit den Flügeln, um die überschüssige Energie freizusetzen, die sich während dem Kampfes aufgebaut hat. Nach dem Flügelschlagen schwimmen sie wieder friedlich umher, als ob nichts geschehen wäre.
Wenn die Ente Menschenverstand hätte, würde sie die Auseinandersetzung im Geiste lebendig erhalten, indem sie die Geschichte weiterspinnt. So würde die Entengeschichte dann wahrscheinlich gehen: „Ich glaub’s einfach nicht, was er da gerade gemacht hat. Er ist bis auf 15 Zentimeter an mich herangeschwommen. Er denkt wohl, der Teich gehört ihm! Meine Privatsphäre ist ihm völlig schnurz. Ich werde ihm nie mehr vertrauen. Nächstes Mal probiert er wahrscheinlich etwas anderes aus, nur um mich zu ärgern. Bestimmt führt er schon etwas im Schilde. Aber ich lasse das nicht mit mir machen. Ich werde ihm eine Lektion erteilen, die er nie vergessen wird.“ In Gedanken geht die Geschichte also immer weiter, und noch Tage, Monate oder sogar Jahre später wird weiter daran gedacht und davon geredet.“

Diese Geschichte steht etwa so in dem Buch „Eine neue Erde“ von Eckhart Tolle und ich fand sie wirklich super, um zu veranschaulichen, wie unser Verstand oder unsere Gedanken arbeiten.

Es geht immer weiter

Unser Kopf ist gestört. Er labert die ganze Zeit irgendwelche Scheisse. Woher kommt das überhaupt? Keine Ahnung. Viele DENKER und Dichter nennen das das Privileg des Menschseins. Dass wir denken. Ich denke, dass das unser Fluch ist. Solange es so angewandt wird, wie wir es meistens tun.

Kennt ihr den Grundsatz „Cogito ergo sum – Ich denke, also bin ich“? Hat bestimmt jeder von uns schonmal gehört. Und ich dachte auch immer, dass es das Menschsein ausmacht. Dass wir denken und rechnen und Entscheidungen treffen und Dinge tun.

Heute denke ich aber, dass genau das unser grösstes Hindernis ist.

Kennst du diese Momente in denen du einfach nichts denkst? Oder wenn du kreativ bist und einfach im Flow verweilst? Für mich sind es genau diese Momente, die mein Leben ausmachen. Und nicht die Momente, in denen ich mich frage, wie ich zu mehr Geld komme, bessere Kontakte knüpfe oder einen Businessplan schmiede.

Diese Dialoge im Kopf


Kennst du das, wenn du dich mit jemandem gestritten hast und eine Stunde nachdem ihr schon wieder eure eigenen Wege geht, fällt es dir wir Schuppen von den Augen! „Wieso ist mir das nicht vorhin eingefallen, als wir noch in der Diskussion waren? Das hätte bewiesen, dass ich Recht habe!“. Wir alle kennen diese Situation, denke ich.

So lange Zeit nachdem die Situation schon nicht mehr präsent ist, weisst du was du hättest sagen können, um zu gewinnen oder um besser dazustehen.

Krass, nicht? Wieso schütteln wir nicht auch einfach unsere Flügel wie die Enten und schwimmen friedlich weiter?

Weil unser Ego sich ständig bestätigt fühlen muss. Es muss gewinnen. Es muss Aufmerksamkeit bekommen.

Ich wollte schon so viele Gespräche in meinem Leben führen. Hatte schon 3 verschiedene Dialoge bereit, die ich hätte präsentieren können. Und doch kamen diese Gespräche nie zustande. Und um ehrlich zu sein: Es hat sie auch nicht gebraucht.

Denken und overthinking

Ich habe glaube ich auch schon in einem Blogartikel erwähnt, dass ich ein „Overthinker“ bin. Dass ich immer über so viele Dinge nachdenke und mir den Kopf zerbreche. Und erst jetzt wird mir richtig bewusst, wie schrecklich das eigentlich ist. Und ich gehöre damit nicht zur Minderheit der Gesellschaft, sondern zur Mehrheit.

Mir sind bisher sehr wenige Menschen begegnet, die im Jetzt leben und sich nicht ständig den Kopf zerbrechen.

90% unserer Probleme entstehen nur durch denken. Weil wir Angst vor irgendwas haben oder etwas nicht loslassen können, was schon längst passiert ist…

Sam Cadosch - denken - Island

Bewusst werden

Seit ich mir dessen bewusst geworden bin versuche ich immer wieder mir die momentane Situation vor Augen zu führen, wie sie wirklich ist. Wo bin ich? Wie sieht es hier aus? Wie fühlt es sich an? Wie fühlt sich mein Körper gerade an?

Wenn du dir bewusst bist und du realisierst, was denn überhaupt Real ist, hilft das extrem 🙂

Und noch was: Konzentriere dich mal bewusst – zu 100% bewusst  – auf deinen Atem. Dann hört das Denken auf. Denn du kannst nicht 100%ig bei deinem Atem sein und gleichzeitig noch über irgendwas nachdenken 🙂

Was ich mit diesem Artikel hier sagen will: Wir müssen aus unserem Kopf wieder zurück in’s Leben kommen. <3

Wie siehst du das? Und wie ist das bei dir mit dem lieben Denken? 


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