Warum lebe ich vegan? Setz dich hin, ich erzähl’s dir.

Wisst ihr, es gibt solche Themen, über die ich schon lange schreiben wollte, es aber nie getan habe weil mich irgendwas aufgehalten hat. Und dieses Thema ist so eins: Warum lebe ich vegan?

Ja und für alle die es gar nicht wussten: Hallo, ich bin Sam. Ich ernähre mich vegan. Und ich mag Enten.

Diesen Artikel hier schreibe ich nicht, um irgendjemandem zu sagen, wie er leben muss oder was er essen soll. In diesem Artikel erzähle ich einfach von meinen Gründen, meiner Meinung und teile einige Tipps für Menschen, die sich ebenfalls für dieses Thema interessieren.

Ausserdem fragen mich sowieso immer mehr Menschen an, ob ich mal darüber schreiben kann oder sogar mal Rezepte teilen könnte weil ich ständig mein veganes Essen in meine Instastories poste – so here we go mit dem ersten Schritt in die Richtung 🙂

Sam Cadosch - vegan - Richtung

Was war der Auslöser?

Am besten fange ich einfach mal hier an. Was war der Auslöser dafür, dass ich mich entschieden habe, vegan zu leben und mich so zu ernähren…

Ich glaube sogar, dass ich einen Teil der Geschichte hier auf dem Blog schon mal geteilt habe.

Nein, es waren nicht diese traurigen Tiervideos vom Schlachter, sondern meine Gesundheit, die mir die Augen geöffnet hat. 

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt ist bei mir die Gesundheit immer wieder ein Thema. Oder besser gesagt gesundheitliche Herausforderungen. Und genau daher kam der Impuls für die vegane Ernährung.

Damals als ich noch ein Baby war bekam ich Neurodermitis. Diese Hautkrankheit hat mich so viele Tage, Wochen und Monate in meinem Leben in den Wahnsinn getrieben und ich dachte immer, dass meine Haut das Problem sei, weil das immer alle sagten. Ärzte, Familie, Freunde, Medien – alle gaben immer der Haut Schuld, weil sie krank war.

Letztes Jahr im Winter habe ich dann aber gelernt, dass diese und viele andere Hautkrankheiten nicht von der Haut oder der Umwelt ausgehen, sondern vom Darm (und der Psyche).

Ja… und das war für mich eine Erkenntnis, die alle Türen der Welt geöffnet hat. So hat es sich zumindest angefühlt 😂 Ich habe angefangen in ganz andere Richtungen zu recherchieren und habe viele Dinge ausprobiert, wenn’s um Ernährung ging.

Und nein, die vegane Ernährung hat mich nicht geheilt. Aber sie hat mir viele neue Wege und Ansichten eröffnet, die mich Tag für Tag weiterbringen.

Der Anfang war gemacht

Ich habe mich irgendwie gar nie dazu entschieden, dass ich ab sofort vegan leben werde und alle tierischen Produkte meiden will. Das passierte irgendwie automatisch. Ich habe angefangen nachzuforschen was Lebensmittel so bewirken in unserem Körper, denn bis dahin war mir gar nicht mehr bewusst, dass Essen nicht einfach etwas ist, was gut schmeckt und satt macht – sondern dass jedes Lebensmittel etwas in uns auslöst – gut oder schlecht.

Sam Cadosch - vegan - food

Gefühlt das ganze Jahr 2017 habe ich mich mit Ernährung und den verschiedenen Wirkstoffen im Essen befasst und ständig was dazu gelernt. Bis ich irgendwann an dem Punkt ankam, wo ich mich ernsthaft fragte:

„Wie kann es sein, dass Menschen so viele Jahre lang so viel Gift in ihr Körper pumpen und trotzdem noch leben?“

Teilweise war ich echt komplett sprachlos und schockiert über so viele Dinge, die ich herausgefunden habe, über die ich früher nie nachgedacht habe! Das Essen war halt einfach Essen und man hat es zu sich genommen, wenn man eben Lust darauf hatte. Ganz automatisch. Ohne was zu hinterfragen.

Der Mensch und Fleisch

Mir fällt es nicht unbedingt leicht diesen Artikel hier zu schreiben, denn ich persönlich lese nicht gerne Artikel, die mich belehren wollen oder die einmal mehr die brutalen Seiten der Tierhaltung aufzeigen. Und ich will hier auch nicht belehrend wirken oder irgendwelche brutalen Geschichten oder Bilder auspacken. Trotzdem will ich irgendwie den Standpunkt klarmachen, wieso mir das hier so wichtig ist…

In der heutigen Welt ist es ganz normal, dass man Fleisch konsumiert zu jeder Tageszeit und in allen möglichen Variationen. Dass man sich „gönnt“ und mit Freunden Steak essen geht, wenn man mal wieder ein etwas nobleres Abendessen geniessen will.

Und dann ist da noch die Sache mit den Proteinen. Dass es auf einmal heisst, dass wir Fleisch brauchen wegen den Proteinen. Weil die Veganer ja alle einen Proteinmangel haben.

Sam Cadosch - vegan - Gorilla

Photo by Rob Schreckhise on Unsplash

In der Ernährungsindustrie läuft einfach so vieles irgendwie falsch und es gibt so viele Glaubenssätze die einfach übernommen werden ohne weiter darüber nachzudenken.

Seit über einem Jahr veganer Ernährung habe ich top Blutwerte und ganz bestimmt keinen Proteinmangel. Und ich lasse ja nicht nur das Fleisch weg, sondern auch alle anderen tierischen Proteinquellen.

Alleine wenn wir uns mal fragen wieso ein Gorilla so einen muskulösen Körper hat, obwohl er sich pflanzlich ernährt sollten wir mal auf andere Sichtweisen stossen. Und woher kommen eigentlich die Proteine, die im Fleisch sind wenn die Kühe nur Gras fressen?

Ich kenne sehr viele Menschen, die Krebs oder andere Krankheiten hatten, die sie überstanden haben und danach vegan wurden weil sie so ihren Körper viel besser unterstützen und kennenlernen konnten. – Wieso unterstützen wir unseren Körper also nicht auch schon wenn er gesund ist? 🤗

Leicht, einfach, nachhaltig

Back to the story: Bei mir begann die ganze Geschichte bei der Gesundheit, hat sich ausgeweitet auf die Tiere und endet beim Planet Erde.

Ich finde einfach den Gedanken unglaublich schön, dass ich meinem Körper jeden Tag etwas Gutes tue, wenn ich ihm die richtige Nahrung gebe, die er auch verwerten kann und ihn nicht auch noch belastet. Ich liebe den Gedanken, dass dafür niemand verletzt werden muss und dass ich unseren Planeten schütze und unterstütze mit meinem Verhalten.

Und ich weiss, dass es sehr viele Menschen da draussen gibt, denen es damit genau gleich geht. Ihr schreibt mir auch immer wieder auf Instagram, dass ihr euch auch am überlegen seid, vegan zu leben oder auf jeden Fall nachhaltiger und gesünder; deshalb dachte ich mir, teile ich hier einfach mal ein paar Tipps für euch, wo man damit am einfachsten anfangen kann 🙂

Sam Cadosch - vegan - start

Photo by Jon Tyson on Unsplash

Wie fange ich an?

Das hier sind einige Punkte, die selten jemand anspricht, die aber extrem wichtig sind:

  • Ein „warum“ haben. Wieso willst du überhaupt vegan leben?

Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Ich sehe immer wieder Menschen, die sich eine Zeit lang vegan oder vegetarisch ernähren und dann wieder in ihr altes Essverhalten zurückfallen.

Der Grund dafür ist immer, dass sie gar nicht wissen, wieso sie das Ganze machen. Sie haben sich inspirieren lassen und sind einfach mit eingestiegen, ohne wirklich einen persönlichen Grund dahinter zu haben. Und das funktioniert selten lange an. Ich finde es zwar super, wenn man so offen ist und einfach mal mitmacht! Noch besser ist es jedoch, wenn es aus Überzeugung und auf Dauer passiert. Deshalb: Befasse dich mit den Themen vegane Ernährung, Umwelt, Tierhaltung und vor allem mit der Gesundheit, damit du für dich dein „warum“ findest.

  • Lass‘ dich nicht unter Druck setzen. Niemand ist perfekt 🙂

Das ist auch etwas, was mich am Anfang so gestresst hat. Irgendwie hatte ich das Gefühl, wenn ich mal wieder nicht vegan gegessen habe, dass ich fast eine Sünde begangen habe und fühlte mich wie ein Versager. Und das ist eher kontraproduktiv. So wird das Ganze wahrscheinlich auch eher zum Verzicht.

  • Und Verzicht soll es auf keinen Fall sein.

Ich vermisse heute nichts mehr in meiner Ernährung. Auch wenn ich sehr gerne Käse und Fleisch gegessen habe früher, fehlt es mir kein bisschen mehr. Und das hat 2 Gründe: Ich kenne die Hintergründe hinter diesen Nahrungsmitteln, die ich nicht unterstützen will (auch für meine Gesundheit) und ich habe „Ersatz“ gefunden!

  • Kenne dich aus in der veganen Welt und du wirst merken, dass du nirgends zu kurz kommst!

Es ist wichtig, sich damit zu beschäftigen was man wo kaufen kann und sich auch für neue Dinge zu interessieren, die du vorher gar nicht kanntest.

Und vor allem: Wenn du einmal vegane Schokolade probierst, die nicht schmeckt heisst das nicht, dass es keine gute vegane Schokolade gibt 😉 Dasselbe gibt bei allen anderen veganen Produkten. Es gibt einige Produkte, die absolut ungeniessbar sind. Aber es gibt auch solche, die teilweise viel besser schmecken, als die die du dir bisher mit tierischen Produkten gewohnt bist! 🙂

  • Du bist nicht uncool, wenn du dich vegan ernährst 😉

Ich kenne so viele Menschen, die direkt komisch reagieren, wenn sie „vegan“ hören. Dann kommen Sätze wie „Ein echter Mann braucht sein Steak“ oder „Ich bin doch kein Pflanzenfresser“ etc. Irgendwie haben sehr viele Menschen Angst, aus der Reihe zu tanzen oder nicht mehr anerkennt zu sein in der Gesellschaft. Oder weil sie nicht als „Ökotante“ gelten wollen. Aber ganz ehrlich: Wieso soll man cooler oder weniger cool sein aufgrund von dem was man isst? Ich glaube dieser Aspekt hat sehr viel damit zu tun, wie sich Menschen ernähren – wenn du das mal verinnerlicht hast, ist schon ein grosser Teil der „Arbeit“ getan.

Ja, ich glaube das war etwa das wichtigste. Falls du spezifische Fragen hast, kannst du mir gerne jederzeit eine Nachricht schreiben auf Instagram, direkt hier auf dem Blog oder noch besser: In den Kommentaren 🙂

Muss alles vegan sein? Kosmetik, Kleidung etc.?

Vegan sein beginnt bei der Ernährung, hört da aber nicht auf. Ich muss jedoch ehrlich zugeben, dass ich bei allen anderen Dingen, die über Ernährung hinaus gehen noch nicht sehr weit bin.

Und ich glaube das ist auch ein längerer Weg, denn wenn man alles GANZ GENAU nimmt gibt es schon sehr vieles im Leben zu beachten.

Was ich aber sehr interessant finde, ist vegane Kosmetik! Damit habe ich glaube ich schon ziemlich direkt angefangen, als ich mich angefangen habe für das Thema zu interessieren. Immer wieder haben Frauen berichtet, dass sie nur noch veganes, silikonfreies Shampoo benutzen, und ihre Haare viel gesünder wurden – und genau so mache ich das auch, und es stimmt ☺

Sam Cadosch - vegan, Shampoo, Duschgel, Kosmetik

Photo by Seth Doyle on Unsplash

Und heutzutage ist es gar nicht mehr so schwer, solches Shampoo zu finden. Bei uns hier gibt’s in allen grösseren Geschäften eine kleine Auswahl an veganen Shampoos und Duschgels. Wie das in Deutschland oder Österreich ist, weiss ich nicht so genau aber ich denke auch da wird es ähnlich sein wie bei uns. Und ansonsten gibt es mittlerweile genug online Shops, die da aushelfen. Hier findet ihr zum Beispiel eine gute Auswahl an solchen Produkten: Vegane Kosmetik hier bestellen

Bei uns in der Schweiz gibt es mittlerweile sogar online Shops, die veganes Essen per Post versenden – es kommt also immer mehr 😀 Gibt’s bei euch sowas auch? Schreibst’s mir in die Kommentare!

Aber nochmals zurück zur Kosmetik: Ich habe mich am Anfang auch gefragt, was ich denn mit all den Dingen mache, die nicht vegan sind und die ich immer noch zu Hause habe, wie Schminksachen, Cremes etc.

Ich habe sie weiter benutzt. Weil ich finde es macht keinen Sinn einfach alles wegzuwerfen, weil man jetzt anders lebt. Ich habe mir aber nichts mehr neues dazu gekauft, was nicht vegan ist (jedenfalls nicht bewusst). Und auch hier muss ich sagen, dass ich überrascht bin wie viel besser ich mich damit fühle. Es sieht nicht nur besser aus (meiner Meinung nach) sondern reizt die Haut nicht mehr und verträgt sich allgemein einfach sehr gut 🙂

Wie sieht das bei euch aus? Nutzt ihr vegane Kosmetik?

Fun fact: Seit ich bewusster lebe durch die Umstellung auf vegan habe ich viele Produkte gar nicht ersetzt, weil ich gemerkt habe, dass ich sie selbst herstellen kann. Zum Abschminken habe ich zum Beispiel kein veganes Abschminkprodukt, sondern benutze einfach pures Kokosöl und fertig 🙂 Ist günstiger, einfacher und gesünder ☺

Vegan heisst nicht automatisch gesund

Und wenn ich schon die ganze Zeit von Gesundheit rede: Vegan heisst nicht automatisch gesund. Früher dachte ich das nämlich. Was aber völliger Blödsinn ist. Auch als Veganer kann man sich sehr ungesund ernähren. Zucker ist das beste Beispiel, denn es ist vegan. Und viele andere Mittel, die im Essen zu finden sind, sind ebenfalls chemisch und ungesund.

Es ist also wichtig, die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel auch hier gut unter die Lupe zu nehmen und sich damit zu befassen.

Was jetzt alles sehr aufwendig klingt, ist eigentlich ziemlich einfach und interessant 🙂 Ich glaube jeder Mensch interessiert sich für Veränderungen im eigenen Körper und bei diesem Thema hier entdeckst du so enorm viele neue Dinge, die den Blickwinkel auf’s Leben verändern 🙂

Sam Cadosch - vegan - pin

So… und ich glaube ich höre hier mal langsam auf mit dem Schreiben. Ich könnte zwar noch unendlich viel erzählen, aber das wäre zu viel des guten in einem Artikel 🙈

Ich hoffe dass meine Message damit ein bisschen rüber gekommen ist. Und wenn nicht, hier nochmals in Ultrakurzform:

Meiner Meinung nach ist es wichtig, sich mit solchen Themen die die Gesundheit und die Umwelt so stark beeinflussen bewusst zu befassen, bevor es zur Notwendigkeit wird! Und ausserdem ist dieses Thema eines der interessantesten, mit denen ich mich in meinem Leben befasst habe und ich hoffe ich kann ein paar Menschen da draussen inspirieren, sich bewusster mit diesen Themen zu befassen und neue Dinge zu lernen ❤


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2 Antworten

  1. Absolut toller Beitrag! Ich finde auch, dass man niemanden belehren sollte, aber du hast in deinem Beitrag die Hintergründe für deine Entscheidung so toll erklärt, dass es vielleicht auch andere Menschen mal dazu bringt, einfach mal über die eigene Ernährung nachzudenken. „Du bist was du isst“ – viel mehr als nur eine Floskel… Liebe Grüße an dich!

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