Haben wir alle eine verzerrte Körperwahrnehmung, oder ist es nicht normal, die zu haben?

Mit genau diesem Thema beschäftige ich mich in letzter Zeit intensiv. Warum? Einfach aus Neugier? Nein. Weil ich eigene Geschichten dazu erzählen kann und auch heute nicht in der Vergangenheitsform darüber reden kann. Nicht immer.

Eine verzerrte Körperwahrnehmung haben anscheinend alle Menschen. Oder doch nicht? Ist es krank, wenn die eigene Körperwahrnehmung „falsch“ ist?

Verzerrtes Körperbild normal oder krankhaft?

Ich habe mich noch nie wirklich hingesetzt und dieses Thema gegoogelt. Dass das Ganze einen Namen hat, weiss ich, weil ich auf Instagram und in Podcasts immer wieder gehört habe, dass andere es so nennen, weil sie selbst damit zu kämpfen hatten.

Heute habe ich es aber gegoogelt. Ich wollte wissen, was das Internet so hergibt, wenn ich nach „verzerrte Körperwahrnehmung“ suche. Und es kam einiges raus. Aber nicht das, was ich erwartet hätte.

Ich dachte es gäbe schon viele Leute, die darüber geschrieben haben. Private Blogs, die was darüber erzählen. Aber so einen Beitrag habe ich nirgends gefunden. Nur Artikel von Zeitungen und „Arzt-Portalen“, die darüber schreiben. Die Ärzte sind sich sicher, dass das eine Krankheit ist. Dass Menschen, die eine verzerrte Körperwahrnehmung haben auch eine Essstörung haben. Die Zeitungen wiederum sind sich sicher, dass jeder Mensch eine verzerrte Körperwahrnehmung hat – aber in einer Form, in die ich gar nicht gedacht habe: Anscheinend sehen sich die meisten Menschen im Spiegel an und sehen ein dünneres Ich, als sie es eigentlich sind.

Als ich das gelesen habe, war ich verwirrt. Dünner? Ist es nicht so, dass viele Menschen von sich behaupten, sie seien zu dick, obwohl sie gefühlt kein Gramm Fett an sich tragen?

Ich weiss nicht, ob das einfach nur in meiner Welt so ist. Aber ich glaube nicht. Wenn ich Videos schaue, Podcasts höre, etc. höre ich immer nur von allen, dass sie sich immer als dicker angesehen haben, als sie es tatsächlich waren.

Verzerrte Körperwahrnehmung,

Essstörungen und verzerrte Körperwahrnehmung

Auf dieses Thema hier will ich gar nicht lange eingehen. Aber trotzdem werde ich ein paar Gedanken dazu teilen.

Eine lange Zeit meines Lebens hatte ich mit Essstörungen zu kämpfen. Das Ganze hörte vor nicht all zu lange Zeit auf. Letztes Jahr.
Damals, als ich „voll drin“ war, hatte ich weniger das Gefühl, eine verzerrte Körperwahrnehmung zu haben, als heutzutage manchmal. Damals wusste ich, dass ich abnehme. Und ich fand’s gut. Ich habe nicht in den Spiegel geschaut und gedacht, dass ich zu dick sei. Ich wusste, wie ich aussah. Der Grund, warum ich persönlich diese Essstörung hatte, hatte nichts mit Äusserlichkeiten zu tun. Das alles kam von innen und hatte ihren Urprung in meiner Kindheit und dem Gefühl von „Kontrollverlust“.

Heute habe ich eine gute Beziehung zum Essen. Ich LIEBE Essen. Dieses Gefühl für Essen kam bei mir erst vor ca. 2 Jahren auf. Als ich angefangen habe, mich vegan zu ernähren. Es hat mir unglaublich viel Freude gemacht, mich mit dem Essen auseinanderzusetzen und zu lernen, welches Nahrungsmittel was auslöst im Körper.

Trotzdem habe ich heute viel mehr mit einer verzerrten Körperwahrnehmung zu tun. Es ist nicht jeden Tag so, sondern nur an einzelnen Tagen.

Mittlerweile weiss ich glaub‘ ich, woher das Ganze kommt und wie es entsteht.

Sammy C - selflove - Tagebuch, verzerrte Körperwahrnehmung

Was du denkst, wirst du

Mittlerweile ist uns ja allen etwa klar, dass unsere Gedanken einen enormen Einfluss auf uns und unser Leben haben. Dass wir mit purer Gedankenkraft unsere ganze Welt von einem Augenblick auf den anderen verändern können. Unsere Gedanken formen unsere Ausstrahlung.

Und genau da sind wir jetzt angekommen. Bei der Ausstrahlung. Mir ist nämlich gestern etwas aufgefallen: Ein Freund von mir hat mir auf Instagram ein Kompliment gemacht und mir gesagt, dass ich irgendwie immer besser aussehe, je mehr Zeit vergeht. (Danke dafür ☺️).

Ich fand das im ersten Moment etwas komisch, weil ich mir heute nie mehr so viele Gedanken über mein Aussehen mache, wie früher. Ich brauche am Tag 1- 5 Minuten, um mich ready zu machen. Früher sah das anders aus. Ich habe mir jeden Tag meine Haare geglättet, mich viel mehr geschminkt und mich durchdachter angezogen.
Heute renne ich so oft mit Dutt durch die Gegend und wann ich mich das letzte Mal richtig geschminkt habe, weiss ich gar nicht mehr. Btw „richtig geschminkt“ bedeutet bei mir übrigens einfach, dass die Augen mehr drauf hatten. Ich habe absolut keine Ahnung von Make-up und besitze auch keins. Alles was bei mir im Gesicht manchmal geschminkt ist, sind die Augen. Fertig.

Wie kann es sein, dass ich heute „besser aussehe“, als früher? Das „besser aussehe“ ist übrigens in Gänsefüsschen, weil dieses Thema immer Ansichtssache ist.

Ich glaube der Grund, warum Menschen schöner wirken ist immer die Ausstrahlung. Du kannst so schön aussehen, wie du willst. Wenn du grimmig in die Weltgeschichte schaust, wird das wohl selten jemand sonderlich attraktiv finden.

Und genau das ist bei mir passiert in den letzten Jahren. Meine komplette innere Einstellung hat sich verändert. Ich war früher ein Mensch, der verdammt selten gelacht hat. Ich hab‘ jeden Tag mein Pokerface aufgesetzt, damit niemand in meine Seele reinschauen kann. Heute ist das ganz anders. Heute fühle ich mich frei und (meistens) glücklich. Und ich denke, dass es genau das ist, was die Menschen bewusst oder unbewusst wahrnehmen.

Und genau daher kommt meiner Meinung nach auch die verzerrte Körperwahrnehmung.

An all den Tagen, an denen ich mir denke, dass ich einfach kacke aussehe, habe ich nicht die beste Laune und fühle mich sowieso schon komisch. An genau diesen Tagen fällt es sehr einfach, selbstkritisch zu sein und sich selbst einfach nicht cool zu finden.

Und ich denke, genau das erleben wir alle mal. Das ist meine Version von „wir haben alle eine verzerrte Körperwahrnehmung“. Und das ist ok so. Ich bin kein Freund davon, dass man jeden Tag die beste Laune haben muss oder sich selbst immer lieben muss. Ich denke genau das gehört doch auch zu „Selflove“, oder nicht? Auch akzeptieren zu können, dass wir eben nicht jeden Tag auf Höchstfirm laufen – in jeder Hinsicht. Selbstliebe bedeutet für mich nicht, dass ich mich jeden Tag so geil finden muss, dass ich mich am liebsten permanent selbst umarmen würde.

Abschliessende Gedanken

Ich denke, es ist bis zu einem gewissen Grad ganz normal, eine verzerrte Körperwahrnehmung zu haben. Die meisten Menschen kennen dieses Gefühl.

Damit will ich aber auch nicht sagen, dass es immer nur was harmloses, launisches ist. Ich selbst weiss, wie bedrückend es sein kann, wenn man monatelang von einem Gefühl verfolgt wird.

Das hier soll ein Beitrag zur „allgemeinen verzerrten Körperwahrnehmung“ sein. Ich denke einfach, dass unsere Emotionen und Gefühlslagen dieser Verzerrung hervorrufen. Dass diese innere Unzufriedenheit gegen aussen getragen wird und sich so unser Spiegelbild für uns selbst verändert.

Wie denkst du über dieses Thema? Hast du selbst auch schon Erfahrungen damit gemacht? Ich würde mich sehr über einen Kommentar dazu freuen! ❤️


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