Verhütung und Krankheit – 2 Themen, über die man nicht gerne spricht, oder? Und genau deshalb muss ich euch jetzt dazu eine Geschichte erzählen, die bei mir gerade sehr aktuell ist…

Mittwoch, 14. Februar 2018, ca. 15:00 Uhr – das Handy klingelt. Es ist meine Frauenärztin. „Guten Tag Frau Cadosch. Wir müssen einen Termin vereinbaren, um Ihre Therapie zu besprechen.“ Mein Puls ist auf 180 und eine Million Gedanken schiessen durch meinen Kopf. Leise antworte ich: „Was denn für ne Therapie und warum?“ „Es wächst etwas. Hier am Telefon kann ich nicht mehr sagen, bitte kommen sie einfach vorbei, dann schauen wir das alles an.“

Wow. Danke.

Ernstes Thema für Frauen – und auch Männer

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Blogartikel über so ein Thema schreibe. Verhütung. Aber ich finde dieses Thema so dermassen wichtig und schockierend, dass ich es hier einfach ansprechen MUSS. Ich kann es nicht einfach sein lassen, weil ich das Gefühl habe, meine Stimme genau für solche Dinge nutzen zu müssen.

Mein Weg

Ich bin immer so ein bisschen auf Kriegsfuss mit der Frage, wie viel Privates soll ich denn erzählen? Weil ich irgendwie immer das Gefühl habe, dass nicht alles öffentlich sein muss. Und das ist es ja sowieso bei Weitem nie. Aber irgendwie stellt sich trotzdem immer wieder diese Frage. Und hier komme ich wohl nicht drum rum, einige private Details öffentlich zu machen, weil die Geschichte sonst nicht vollständig ist. So here we go – Willkommen auf meinem Weg vom Kind zur Frau – oder so ?

Die Pille

2011 wurde mir die Pille verschrieben. Etwas ganz Normales heutzutage. Es macht sich wohl niemand so genaue Gedanken darüber. Verhütung durch die Pille ist etwa das Normalste auf dieser Welt. Auch ich habe mir nie Gedanken gemacht – obwohl ich finde, dass man das in diesem Alter wohl auch irgendwie nicht kann. Da ist das Bewusstsein für sowas noch nicht vorhanden.

Ich hatte 2 verschiedene Sorten der Pille im Laufe der Zeit.

Sam Cadosch - Verhütung, verhüten, krank, Krankheit - Pille, Pill

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Das Implanon

2015 kam dann das Implanon in’s Spiel als Ersatz für die Pille. Für die, die nicht wissen, was das ist: Es ist ein Hormonstäbchen, das unter die Haut implantiert wird und täglich eine gewisse Dosis an Hormonen abgibt. Eigentlich genau gleich wie die Pille, nur dass man hier nicht dran denken muss. Dieses Ding bleibt für 3 Jahre drin und danach lässt dir Wirkung nach und es muss ersetzt werden (sofern man damit weiter machen will nach 3 Jahren).

Auch da habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Die Frauenärztin war zufrieden mit der Methode und ich auch. Ich dachte ich mach‘ was richtig Tolles für mein Leben und dieses Ding hat das Thema Verhütung nochmals um einiges vereinfacht. Nebenwirkungen soll es ja keine dramatischen haben. Mit diesem Gedanken habe ich mir das Ding damals einpflanzen lassen.

Und das Beste am Ganzen war (dachte ich damals), dass ich meine Tage nicht mehr bekommen habe! Ein Traum jeder Frau, oder? Sich um nichts mehr kümmern müssen, nichtmal mehr die Tage bekommen – besser geht’s nicht!

Sam Cadosch - Verhütung, verhüten, krank, Krankheit - Ruhe

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Erste Probleme

Ja…. das ging dann so ca. 1.5 Jahre lang oder vielleicht ein bisschen länger. Und dann fing es an. Sie waren wieder da – meine Tage. Und ich glaube sie wollten sich rächen. Dafür, dass sie unterdrückt wurden über so eine lange Zeit. Sie machten was sie wollten. Und blieben teilweise 7 Wochen am Stück. Ja, 7 Wochen!

Irgendwann habe ich mir dann angefangen Gedanken zu  machen, ob das noch gesund sein kann oder nicht. Und als ich nicht mehr wusste, was ich tun soll, machte ich einen Termin bei der Frauenärztin, um abzuklären, ob das gesundheitlich unbedenklich ist. Sie meinte das sei kein Problem – wenn es mich aber stört, kann ich zusätzlich noch die Pille nehmen, damit die Tage aufhören.

Und ja, es hat mich gestört – wen würde sowas nicht stören. 7 Wochen am Stück ist das nicht so witzig.

Ich habe also wenn es wieder so weit war zusätzlich auch noch die Pille genommen und das hat tatsächlich geholfen.

Eine neue Lösung muss her

Das war etwa die Zeit, in der ich angefangen habe das alles zu hinterfragen. Was Hormone für eine Auswirkung auf meinen Körper haben. Ich habe mich stundenlang informiert. Aber irgendwie gab es trotzdem keine sinnvolle Lösung für die Verhütung, so wie ich das gerne hätte. Ich wollte nicht mehr mit dem Implanon oder sonst was Hormonellem verhüten. Diese Entscheidung habe ich schon vor einigen Monaten gefällt. Und ich war immer auf der Suche nach ner sinnvollen hormonfreien Verhütungsmethode.

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Und dann kam ich auf die Kupferkette bzw. Kupferspirale. Ich habe mich darüber informiert und dann bei der Frauenärztin wieder einen Termin gemacht, um mich darüber aufklären zu lassen. Dieser Termin war auch gerade verbunden mit einer Routinekontrolle.

Als ich dann bei dem Termin war kam mir fast das Kotzen. Sie hat mir aufgezeigt, wie diese Spirale eingesetzt wird und was die Risiken dabei sind. Da war bei mir komplett vorbei. Ich wollte mir sowas nicht antun, denn schmerzfrei verläuft dieser Prozess nicht und die Risiken, die ich dabei auf mich genommen hätte, war ich nicht bereit einzugehen.

Ich habe ihr da noch nichts von meinem Entscheid gesagt, sondern wollte mir in Ruhe Gedanken machen.

Wieso macht man sowas?!

Ich bin dann so schnell wie möglich aus der Praxis verschwunden und mit dem Zug nach Hause gefahren. Und während des Zugfahrt konnte ich an nichts anderes mehr denken. Ich habe einfach angefangen zu weinen, weil ich nicht verstehen konnte, wie sowas alles normal sein kann. Wieso müssen sich Frauen solchen Prozessen hingeben für etwas, was doch eigentlich nicht mit Schmerz oder Chemie verbunden sein sollte.

Da entschloss ich mich zu 100000%, dass ich keine Hormone mehr will und dass ich mir aber auch nicht irgend einen Fremdkörper in meine Gebärmutter einpflanzen lassen werde. Wieso sollte ich meinen Körper so misshandeln?

Sorry, für all die Ausdrücke – jede Frau nimmt das wahrscheinlich anders wahr. Ich erzähle hier bloss, wie es mir zu dem Zeitpunkt ging.

So und jetzt nochmals zurück: Ich bin mit der Frauenärztin dann so verblieben, dass ich auf die Testergebnisse (die bei der Routinekontrolle gemacht wurden) warte und dann einen neuen Termin mache, um das Implanon rausnehmen zu lassen und eventuell die Spirale einsetzen zu lassen.

Das war wie gesagt aber gar nicht mehr mein Wunsch und deshalb wartete ich einfach die Testergebnisse ab, um dann einen Termin zu machen und das Implanon zu entfernen und gut ist.

Ganz so nach Plan lief das aber nicht….

Da kam dieser Anruf dazwischen, den ich ganz am Anfang beschrieben habe.

„Guten Tag Frau Cadosch. Wir müssen einen Termin vereinbaren, um Ihre Therapie zu besprechen.“

Sam Cadosch - Verhütung, verhüten, krank, Krankheit

Bin ich jetzt krank?

Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie beschissen ich mich nach diesem Anruf gefühlt habe. Nicht wissen, was los ist und trotzdem wird schon von „Therapie“ gesprochen. Geht’s noch?

Ich bin 2 Stunden am Stück spazieren gegangen, um das irgendwie zu verarbeiten. Und ich war froh, dass ich den Termin schon am nächsten Tag um 8 Uhr morgens hatte.

An dem Abend konnte ich mich nicht mehr auf irgendwas konzentrieren und ich war erschöpft von all den Gedanken, die mir permanent durch den Kopf schossen.

Und das OBWOHL ich wusste, dass ich nicht sterben werde oder sonst was. Ich bin mittlerweile schon ziemlich weit, wenn es um Gesundheit und das Wissen darüber geht, denke ich. Und ich wusste auch, dass ich das hinkriege, egal was rauskommen würde.

Aber trotzdem hatte ich unglaubliche Angst.

Hauptsache Medikamente

Heute Morgen ging’s also los zu diesem Termin. Als erstes habe ich (endlich) mein Implanon raus bekommen, was weniger schlimm war, als ich befürchtet hatte.

Und danach war die Besprechung dran.

Ich war wirklich auf alles gefasst, weil die schon von Therapie gesprochen haben.

Und jetzt kommt’s: Ich bin völlig GESUND. Kein Grund zur Sorge.

Der Grund für diesen Aufstand war, dass irgendwelche Bakterien bei diesen Tests, die gemacht wurden, stärker auftraten als sonst oder dass es Bakterien sind, die eigentlich nicht da sein müssen, die aber von selbst verschwinden.

Und für alle, die denken, Bakterien sind was Schlechtes: Bakterien haben wir überall. Keine Ahnung wie viele verschiede es gibt. Alleine auf unserer Haut leben schon extrem viele Bakterienarten, die da ihre Arbeit leisten, um unseren Körper gesund zu halten. Es gibt auch schlechte Bakterien, die Krankheiten verursachen, klar. Aber eben nicht alles ist immer so schlimm, wie es klingt.

Die Frauenärztin hat mir dann gesagt, dass ich eine Antibiotikatherapie machen hätte müssen, wenn ich mich für die Spirale zur Verhütung entschieden hätte.

Da ich das ja aber sowieso nicht mehr wollte, müsse ich gar nichts machen, weil das alles völlig unbedenklich ist.

What.the.fuck?

Aufwachen und bewusst überlegen und entscheiden – nicht nur beim Thema Verhütung

Ich sitze jetzt hier, 4 Stunden nach dem Termin und bin unendlich froh, dass das alles vorbei ist. Und ich meine damit nicht nur die unnötig schockierende Nachricht wegen der Therapie. Ich meine die ganze „Verhütungsgeschichte mit irgendwelchen chemischen Hormonen und sonstigen Fremdkörpern“.

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Diesen Artikel hier schreibe ich nicht, um zu sagen, dass diese Verhütungsmittel schlecht sind und alle Frauen die Finger davon lassen sollen. Jeder Mensch soll das selbst entscheiden. Aber BITTE ENTSCHEIDET EUCH BEWUSST!

Ich finde es ziemlich verantwortungslos, dass man 14 jährigen Mädchen schon die Pille verschreibt, obwohl die in dem Alter überhaupt nicht einschätzen können, was das bedeutet.

Ihr wisst langsam auch, dass ich gar kein Fan der Pharmaindustrie bin. Ich nehme keine Medikamente, weil ich gelernt habe, dass die Natur für alles eine Lösung hat. Und der Vorfall mit diesem bescheuerten Anruf hat mir mal wieder gezeigt, wie krass das Ganze eigentlich wirklich abläuft.

Sie wollten mich mit Antibiotika behandeln wegen etwas, das überhaupt nicht behandelt werden soll, nur damit sie mir ein neues Verhütungsmittel einlegen können?

Wie gestört ist DAS denn bitte?

Auf den Körper hören

Auch wenn dieser Artikel hier vielleicht ein bisschen sehr emotional und traurig/aggressiv rüberkommen könnte – ich bin unglaublich glücklich gerade in diesem Moment. Ich bin dankbar, dass ich viele schlechte Erfahrungen gemacht habe mit diesen Mitteln, die eben so zur Verhütung genutzt werden. Und ich bin noch viel dankbarer, dass ich jetzt diese zusätzlichen Hormone los bin und sich mein Körper wieder normalisieren kann.

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Ich denke es ist überhaupt nicht im Sinne der Natur, dass man derart in Abläufe unseres Körpers eingreift. Die meisten Frauen da draussen haben ja gar keine Ahnung, wie ihr Körper überhaupt funktioniert weil alles kontrolliert wird und überall in den Organismus eingegriffen wird.

Irgendwie ist der Begriff „Verhütung“ sowieso zweideutig geworden für mich. Denn damit wird nicht nur eine Schwangerschaft „blockiert“, sondern der ganze Körper wird irgendwie zurückgehalten. Keine Ahnung, ob dieser Satz viel Sinn macht, wenn du ihn liest ?

Unser Körper ist unendlich intelligent und er kann uns Zeichen geben, die uns genau sagen, was in ihm vorgeht. Wir sollten nur wieder lernen darauf zu hören.

Und genau dafür habe ich mich entschieden. Meinen Körper zu unterstützen, statt gegen ihn zu arbeiten und ihn zu unterdrücken. ❤

Egal was du mit deinem Körper machst: Denk 3x darüber nach und entscheide dich bewusst dafür. Wenn dir die Lösung nicht 100% gefällt, nimm sie nicht einfach hin, sondern such‘ weiter, bis du die passende Lösung für dich gefunden hast – denn die richtig Lösung gibt es immer!

Ich finde es extrem wichtig, über dieses Thema zu reden und diese Geschichte zu teilen, denn auch ich war unglaublich dankbar für all die Videos und Blogartikel, die andere Frauen zu diesem Thema gemacht haben, die mir geholfen haben, das Ganze zu verstehen und mir bewusst zu werden, dass ich nicht alleine bin damit.

Wie stehst du zum Thema Verhütung und allem was damit zusammenhängt? 


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Verhütung - B2