Diesen Blogpost hier schreibe ich von einem anderen Ort aus. Nicht wie sonst meistens von zu Hause, sondern von Luzern aus. Das ist eine Stadt in der Schweiz, in der ich momentan „Urlaub“ mache. Hier lebe ich in einem ganz anderen Umfeld und sehe eine andere Welt. Und genau darum geht’s. Denn meine Welt, die ich hier sehe, sieht sonst niemand – auch nicht, wenn er selbst auch hier ist. Denn mein Bild habe ich selbst erschaffen.

Wie meine Welt hier aussieht

Ich finde es wunderschön hier. Ich lebe hier auf sowas wie einem kleinen Hof. Jeden Tag müssen hier die Hühner, Ziegen, Hasen, Enten, Katzen und Hunde versorgt werden. Die Enten laufen hier fröhlich einfach im Garten herum, wo ich oft sitze und ein Buch lese oder einfach die Aussicht geniesse.

Sam Cadosch - Bild erschaffen, Ansicht, Sicht, Optimismus - lake

Und so sieht diese Aussicht aus am Abend von hier oben 🙂

Das hier ist ein ganz anderes Gefühl. Ihr alle wisst glaube ich mittlerweile, dass ich die Natur liebe. Und dass ich Natur brauche, um mich frei zu fühlen. Und hier ist das Ganze einfach auf einem ganz anderen Level. Das Grundstück ist gross und überall ist es grün. Das Essen wächst hier sogar im eigenen Garten!

Für mich fühlt sich das alles hier einfach befreiend und grossartig an. Das ganze „Land-Feeling“. Aber nicht immer. Es kann sein, dass all das Schöne auf einmal total hässlich aussieht und ich am liebsten gehen würde.

Das liegt aber nicht daran, dass das Haus und sein Grundstück auf einmal anders aussähen. Sondern daran, was in meinem Kopf passiert.

Unsere Sicht wird von Gedanken getrübt oder verschönert

Mittlerweile wissen wir ja alle, dass es im Grunde sowieso immer nur um unsere Gedanken geht. Wir wissen, wie viel Einfluss sie auf unser tägliches Leben haben. Und genau darüber habe ich die letzten Tage extrem viel nachgedacht.

Ich habe Menschen beobachtet, die gerade eigentlich nur Luftsprünge machen sollten, weil sie sich an so einem schönen Ort in so einer entspannten Ruhe befinden. Und trotzdem sassen sie einfach da und waren irgendwie unglücklich oder gestresst. Und das lag nicht am Bild, das vor ihnen zu sehen war – sondern an dem, was in ihrem Inneren gerade passierte.

Und so war’s auch bei mir. Heute sehe ich die Welt so, morgen vielleicht anders. Unser Fokus ist nicht immer auf das gleiche gerichtet. Und manchmal sehen wir dadurch Dinge gar nicht, die direkt vor uns sind. Es berührt uns nicht.

Es kommt immer darauf an, was unsere Gedanken machen. Wenn ich unglücklich bin und an negative Dinge denke, dann sieht auch meine Welt nicht mehr schön aus. Dann interessiert mich der wunderschöne Sonnenuntergang plötzlich nicht oder ich sehe gar nicht, wie schön die Rosen sind, die vor mir wachsen. Weil dann der Fokus auf dem Problem in meinem Kopf liegt und nicht auf der Umwelt und ihrer Schönheit, beispielsweise.

Sam Cadosch - Bild erschaffen, Ansicht, Sicht, Optimismus - lake

Dieses Bild ist für mich wunderschön. Aber es sieht für mich bestimmt nicht gleich aus wie für dich.

Drei Menschen, ein Bild, 100 Ansichten

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn man drei Menschen auf eine Wiese stellen würde und sie dann gemeinsam genau die gleiche Landschaft ansehen würden, viele verschiedene Ansichten und Bilder entstehen würden.

Der eine sieht die Farben vielleicht anders als die anderen, der andere hat den Hauptfokus ganz anders ausgerichtet und der dritte schliesst vielleicht sogar die Augen, weil er lieber die Ruhe geniesst und die frische Luft fühlt. Alle haben einen anderen „inneren Zustand“. Wenn einer davon superglücklich ist und ein anderer tieftraurig, sind das komplett verschiedene Bilder.

Und genau darum geht’s mir hier in diesem Artikel…

Achte auf deine Gedanken

Was unsere Gedanken alles anstellen können ist unglaublich. Teilweise unglaublich schön, teilweise auch extrem schrecklich.

Kennst du das? Du denkst, dass dich jemand nicht mag – und plötzlich siehst du immer mehr Anzeichen, die diesen Gedanken bestätigen. Oder du denkst, dass du nicht erwünscht bist – und plötzlich sieht für dich die ganze Welt so aus, als würdest du überall abgelehnt werden. Vielleicht denkst du auch, dass dich alle Menschen im Raum mögen – und plötzlich sieht es immer mehr danach aus, dass sie dich wirklich alle mögen.

So wie unser Bild aussieht, handeln wir. So wird unser Leben gelenkt.

Zeichne dein Bild bewusst

Kennt ihr die Menschen, die sich einfach über alles Gedanken machen. Und manchmal einfach zu viel nachdenken. Ich bin so einer. Heute aber auf eine Weise, dass mich mein Nachdenken nicht mehr abhält vom Leben, sondern dass es mich weiterbringt (meistens natürlich).

Früher war ich aber ein extremer „Schwarzmaler“. Ich meinte immer schon bevor etwas passierte oder klar war, dass es so ist. Ich „wusste“ schon zwei Wochen vorher, dass die Ferien schrecklich werden oder dass ich mich am Wochenende nicht gut fühlen würde. Oder dass mich in der neuen Klasse niemand mögen wird. Ich wusste es einfach. Das war meine Zeichnung, die ich angefertigt habe.

Und weisst du was? Die Zeichnung hatte IMMER recht!

Eigentlich sind diese Bilder, die wir sehen und erschaffen nichts anderes als Vorurteile. Wir denken schon bevor wir jemanden kennen, dass er bestimmt blöd von uns denkt oder dass er uns nicht mag. Und bevor wir irgendwo hinfahren sehen wir schon, dass wir da so schnell wie möglich wieder weg wollen.

Die Bilder die wir erschaffen und sehen, lenken uns. Wenn wir „wissen“, dass uns niemand mag auf der nächsten Party, dann werden wir wahrscheinlich auch nicht mit jemandem reden. Und wenn schon, dann sehen wir schon bald die ersten Anzeichen, dass wir das Gegenüber langweilen oder dass es uns eben wirklich nicht mag. Wir beschuldigen diesen Menschen im Kopf mit Sachen, die er oder sie gar nicht gemacht hat – einfach weil unser Bild so aussieht.

Führe dich selbst zur Schönheit

Sam Cadosch - Bild erschaffen, Ansicht, Sicht, Optimismus - bridge

Als ich das begriffen habe, fing ich an, mein Bild schön zu malen. Jedes Mal. Wenn ich irgendwo hin ging, malte ich mir vorher ein schönes Bild. Damit ich mich darauf freuen kann.

Es gibt auch in meinem Leben immer noch viele Dinge, vor denen ich Angst habe, oder die ich nicht mag und trotzdem tun muss. Und statt mir dafür (wie früher) ein Bild in schwarz/weiss zu malen, habe ich angefangen, auch diese Bilder schön zu malen.

Denn ich war Profi darin mir schon Wochen bevor etwas „Unangenehmes“ stattfand, mir die Laune zu verderben einfach nur mit den Gedanken. Und genau deshalb habe ich jetzt die schönen Bilder.

Nur weil das Bild schön ist, heisst es nicht, dass das Erlebnis dann auch toll wird. Denn manche Dinge im Leben sind halt eben nicht super. Und es soll auch nicht alles toll und super sein. Aber ich finde es besser, ein schönes Bild zu haben im Voraus, damit ich mir nicht selbst die Chance nehme, etwas Schönes zu erleben. Wenn’s dann nicht gut wurde schlussendlich kann ich das verkraften – nicht aber, wenn ich weiss, dass es nur daran lag, dass ich das Bild schon so hässlich gemalt habe, dass es gar nicht anders kommen konnte.

Wie sieht’s bei dir aus? Leiten dich deine Gedanken oder leitest du deine Gedanken?

Dieser Artikel hier ist ebenfalls sehr wichtig und ich finde die zwei Themen lassen sich super miteinander verbinden: „Ich bin nicht genug!“ 


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