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Leistungsfähig bis an’s Limit | Love your phases.

Sam Cadosch - Leistungsfähig, Druck, Leistung, leisten - cover

Heute ist so ein Tag, den ich verteufelt hätte, wenn er mir vor ein paar Monaten passiert wäre. Es ist sogar das erste Mal, dass ich mich wirklich auf so einen Tag einlassen kann und einfach „with the flow“ gehen kann. Und dieser Blogartikel hier entsteht auch genau so. Es ist Montagmorgen und ich hatte spontan die Idee, über das Thema „Du musst nicht immer gleich leistungsfähig sein“ zu schreiben! Eigentlich wollte ich nur kurz auf Instagram ein, zwei Gedanken dazu teilen, aber plötzlich habe ich gemerkt, dass dieses Thema viel grösser und bedeutungsvoller ist für mich und dass ich dazu Ansichten habe, die vielleicht vielen da draussen weiterhelfen können.

Sam Cadosch - Leistungsfähig, Druck, Leistung, leisten - cover

Leistungsfähig, leistungsfähiger, am leistungsfähigsten

Es ist ja nichts Neues mehr, dass wir in einem schnelllebigen Umfeld leben, in dem es vielfach nur darum geht, dass man so leistungsfähig und belastbar wie möglich sein muss. Vor allem in der Berufswelt ist dieser Leistungsdruck enorm und viele Menschen gehen kaputt dabei.

Aber es ist längst nicht nur die Arbeitswelt, die so viel von uns abverlangt und wo alles immer noch besser und besser gemacht werden soll. Das beginnt schon ganz früh im Kindergarten und in vielen Bereichen im Privatleben.

In meiner Kindheit und Jungend habe ich oft gedacht, dass ich nur gut genug bin, wenn ich leistungsfähig bin. Ich fühlte mich nicht mehr akzeptiert oder geliebt, wenn ich mal nichts vorzuweisen hatte in der Schule oder wenn ich auch in der Freizeit nichts Grossartiges auf die Beine gestellt habe. Es war ein enormer Druck für mich, dem ich irgendwann nicht mehr standhalten konnte, bis ich einfach nichts mehr gemacht habe. In der Schule nicht und in der Freizeit auch nicht. Und da hatte ich dann auch den „Beweis“, dass das niemand akzeptiert und mir viele Menschen den Rücken kehrten oder mir böse Worte und Blicke zuwarfen.

Ich war zwar immer noch überall dabei, ging auch immer zur Schule – habe mich aber nicht mehr beteiligt.

Und das war auch der Zeitpunkt, an dem ich für mich entschieden habe, dass ich so ganz bestimmt nicht mein Leben leben will.

Durchbeissen und weitergehen

Als 11 jähriges Mädchen konnte ich natürlich nicht entscheiden, einfach nicht mehr zur Schule zu gehen und nichts mehr mit Menschen zu tun zu haben, die nur Wert auf Leistungen legen. Also habe ich die Jahre einfach ausgehalten.

Bis für mich irgendwann glasklar war, was ich will und brauche und was nicht. So habe ich dann eines Tages angefangen in meiner Freizeit mein Leben aufzubauen, das – sobald der Moment passte – mein momentanes Leben ersetzen soll.

Und so habe ich es gemacht. Ich habe so lange weitergemacht, bis ich selbst stark genug war, es selbst hinzubekommen.

Sam Cadosch - Leistungsfähig, Druck, Leistung, leisten - durchbeissen

In meiner Vorstellung dachte ich dann, dass es ab sofort einfacher und besser wird und ich keinen Druck mehr haben werde, weil ich mein eigenes Ding mache und mir niemand sagt, wie mein Tag aussieht.

In der Realität sah das Ganze ein bisschen anders aus.

Theoretisch war es genau so, wie ich es mir vorgestellt habe – aber ich habe nicht gewusst, was für eine psychischer Herausforderung das wird!

Auf einmal war ich es, die von mir selbst erwartet hat, dass ich immer leistungsfähig bin. Ich war diejenige, die mich am Ende des Tages verurteilt hat, wenn ich nicht so viel geleistet habe, wie ich es mir vorgenommen habe. 

Schon lustig. Genau das, was mich von Aussen so runtergezogen hat, war jetzt in mir drin.

Und genau das galt es zu lösen. Auf diesem Weg befinde ich bis heute noch. Und mittlerweile gefällt mir dieser Weg unglaublich!

Phasen sind wichtig

Immer mehr merke ich, wie wichtig es ist, nicht jeden Tag gleich zu sein, nicht jeden Tag das gleiche leisten zu können und nicht jeden Tag die gleiche Laune zu haben.

Schlussendlich hat ALLES Phasen. Der Mond leuchtet jeden Tag anders hell. Manchmal auch gar nicht. Die Sonne steht ständig an einem anderen Ort. Die Jahreszeiten ändern sich. Die Pflanzen wachsen nicht das ganze Jahr lang. 

Wieso also sollen wir Menschen das ganze Jahr das gleiche tun und gleich leistungsfähig sein? Das macht meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn.

Letztens habe ich in dem Buch „Krankheit als Sprache der Seele von Ruediger Dahlke“ einen Satz gelesen, der mir zu dem Thema noch mehr die Augen geöffnet hat. Er lautete etwa so: „Viele Frauen leiden einmal im Monat an Schmerzen während ihrer Menstruation und versuchen krampfhaft den Alltag weiter zu leben wie sonst auch. Dabei hätte keine Frau solche Probleme, wenn sie einfach von selbst aus einen Gang runterfahren würde.

Hell yes! Und das kann man auf so vieles im Leben projizieren! Wieso warten wir immer, bis wir vom Körper in die Knie gezwungen werden und nehmen’s nicht einfach mal freiwillig locker?

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Phasen akzeptieren und leben

Je mehr Zeit vergeht, desto mehr sehe ich diese verschiedenen Phasen die jeder Mensch hat. Und ich versuche meine eigenen nicht einfach nur zu akzeptieren, sondern sie zu leben.

Schon so oft hatte ich Tage, in denen ich einfach nicht so viel Energie hatte wie an anderen Tagen und das hat mich richtig gestört. Ich habe krampfhaft versucht irgendwas zu machen, damit ich wieder mehr Energie habe und Vollgas weiterarbeiten kann.

Heute hat sich das geändert. Ich versuche nicht mehr ständig irgendwas anderes zu machen als mir mein Körper und mein Herz sagen. Und das macht so vieles einfacher! So kann ich einfach sein.

Vor allem braucht es meistens viel weniger Zeit, sich einfach auf die Langsamkeit einzulassen als krampfhaft weiter schnell zu machen. Denn das braucht so viel Energie, dass es viel länger braucht bis die Leichtigkeit von selbst wieder kommt.

Immer gelingt es auch mir nicht. Manchmal kann ich es nicht einfach annehmen und leben. Aber das muss es auch nicht. Alles ist ein Prozess. Ein sehr schöner Prozess.

Wie machst du das? Nimmst du dir freiwillig Pausen und machst langsamer oder denkst du, dass du dir das nicht leisten kannst? 

Lass‘ uns in den Kommentaren darüber reden 🙂


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