In den letzten Wochen und vor allem Tagen habe ich so unglaublich viel über meinen Verstand und mein Denken gelernt. Ich war eigentlich immer der Meinung, dass ich schon ziemlich positiv denke und eine gute Einstellung habe. Das stimmte auch. In den meisten Bereichen des Lebens. Wie sich aber herausstellte, habe ich einen sehr wichtigen Bereich meines Lebens extrem vernachlässigt: Die Einstellung zu mir selbst und das Leben im Hier und Jetzt.

Die meisten Themen, die mich beschäftigen führen schlussendlich zwar schon zu mir – aber oft nicht bis in die Tiefe, die nötig wäre. Ich habe hier schon Blogartikel darüber geschrieben, dass „ich genug bin„, dass ich mich selbst akzeptieren kann und dass ich zur Selbstliebe gefunden habe. Das habe ich auch immer ernst gemeint und jedes Mal, wenn ich so einen Post verfasst habe, bin ich in den Bereichen weitergekommen. Oft stellte sich dann aber das Gefühl ein, dass das Thema abgeschlossen ist und es jetzt Zeit für was Neues ist. Das mag vielleicht auch der Fall gewesen sein in den Momenten.

In den letzten Wochen habe ich aber extrem gemerkt, dass ich wieder viel mehr Aufmerksamkeit auf diese Themen richten muss. Dass ich nicht mehr ganz so wirklich in Akzeptanz und Selbstliebe lebe. Dass ich mich selbst viel zu oft verstecke und denke, dass ich nicht gut genug bin. Ich habe gemerkt, dass ich richtig fies zu mir selbst bin teilweise. Dass ich aggressiv wurde, wenn ich in den Spiegel geschaut habe und dass ich mich nur mit langer Kleidung aus dem Haus getraut habe, auch wenn ich locker im T-Shirt rumlaufen hätte können.

Interessant an dem Ganzen ist, dass ich schon zwei Mal so einen Blogartikel geschrieben habe, in denen es um Akzeptanz ging. Beim ersten dachte ich schon, dass ich alles „figured out“ habe. Dann habe ich ein paar Monate einen weiteren Post geschrieben, indem ich die Weiterentwicklung zu dem Thema beschrieben habe. Und heute sitze ich hier und schreibe wieder über dieses Thema. Love that! Genau das ist es, was wir Fortschritt nennen. Es ist kein Rückschritt, wenn wir Themen immer und immer wieder aufarbeiten, denn jedes Mal lernen wir was dazu und kommen schlussendlich weiter. Das Leben ist nicht linear, sondern zyklisch.

Leben im Hier und Jetzt, Verstand, natur

Ich seh‘ aus wie ein Zombie!

Ihr glaubt nicht, wie oft ich das über mich gedacht habe. Natürlich kam das auch von meinen gesundheitlichen Herausforderungen, die mich jeden Morgen mit einem heftig geschwollenen Gesicht aufwachen liessen. Ich war am verzweifeln und sah kein Ende mehr. Mein Gedankenkarussell wurde immer negativer und ich fühlte mich richtig depressiv. Mit der Zeit wusste ich nicht mehr, was von meiner „Krankheit“ kommt und was von der Psyche. Ich hatte mit der Zeit so unglaublich wenig Energie und Motivation. Ich habe nichts mehr hinbekommen. Das ist auch der Grund, warum hier auf dem Blog nichts mehr lief. So nachgelassen habe ich noch nie, seit ich diesen Blog hier habe. Aber ich hatte einfach nicht mehr die Kraft, weiterzumachen.

Nicht nur die Kraft fehlte mir. Ich hatte solche Selbstzweifel, dass ich dachte, ich kann sowieso nichts in die Welt tragen, das irgendwen weiterbringt. Mit jedem positiven Satz fühlte ich mich wie eine Heuchlerin, weil ich selbst einfach gar nichts hinbekommen habe.

Während dieser Zeit wusste ich zwar auch, dass niemand immer 100% geben kann und dass es eigentlich okay ist. Und auch, dass ich trotzdem weitermachen könnte, denn nur weil ich Rückschläge erlebe, heisst das nicht, dass ich niemandem sonst helfen kann. Privat habe ich das sehr gut beobachten können, weil in genau dieser Zeit, in der ich nicht mehr viel von mir gezeigt habe in den online Medien hatte ich mit einigen Menschen zu tun, die zu mir kamen, um Rat zu suchen. Und anscheinend konnte ich auch ziemlich gut helfen und eine Stütze sein. Gleichzeitig hat mich das aber auch noch mehr in die Verzweiflung gebracht, weil ich mir selbst einfach nicht mehr zu helfen wusste. Weil ich mich ständig nur noch im Kreis gedreht habe…

Leben im Hier und Jetzt, Verstand, natur

Leben im Hier und Jetzt

Etwas, was mir in letzter Zeit wieder extrem bewusst geworden ist, ist, dass ich wieder viel mehr im Hier und Jetzt leben will. Es ist nichts Neues, dass das wahre Glück im Hier und Jetzt liegt. Trotzdem geht es so oft unter im hektischen Alltag. Ich meine, ich habe mir sogar den Satz „Live now and let it fly“ auf den Arm tätowieren lassen, weil ich schon länger erkannt habe, dass ich genau das viel mehr in meinem Leben brauche und dass es ein Schwachpunkt von mir ist, dass ich viel zu oft in meinem eigenen Gedankenkarussell festhänge. Und trotzdem muss ich auch immer wieder daran erinnert werden und das Hier und Jetzt immer wieder für mich entdecken.

Vor ein paar Tagen wurde ich von einem unglaublich schönen Gefühlt der Befreiung und Glückseligkeit überrollt. Ich kann es gar nicht so genau beschreiben. Es war so ein Gefühlt wie damals 2014, als ich mich für oder gegen mein eigenes Leben entscheiden musste. Damals, als ich so viele Jahre mit Depressionen, Selbstverletzung, Suizidgedanken und einer Sinnlosigkeit hoch 100 gelebt habe, bis ich eines Morgens aufgewacht bin und plötzlich wusste, dass ich es in der Hand habe. Dass ich jetzt alles geben werde, um aus dieser schrecklichen Situation rauszukommen. Ich wusste, dass ich stark bin und dass ich es wert bin. Ich kann bis heute nicht erklären, woher dieses Gefühl kam. Ich habe damals noch gar nichts mit Persönlichkeitsentwicklung oder sowas zu tun gehabt. Aber auf einmal wusste ich, was ich tun musste. Und ich habe mich auf den Weg gemacht.

Ein ähnliches Gefühl hatte ich dieses Wochenende. Auf einmal fühlte ich mich frei. So als hätte mir jemand die ganze Last von meinen Schulter genommen. Es stellte sich ein Gefühl von purer Liebe ein und ich war unglaublich stolz auf mich, weil ich so weit gekommen bin. Es war, als würde mir eine leise Stimme sagen, dass ich es geschafft habe. Dass es jetzt vorbei ist. Und dieses Gefühl hat mich seit da nicht mehr losgelassen. Es ist immer hier.

Wahrscheinlich kann ich das Ausmass von all dem selbst noch gar nicht erahnen und ich weiss auch nicht genau was die Lektion dahinter war. Was ich aber weiss, ist, dass das Hier und Jetzt eine grosse Rolle spielt. Dass da der Schlüssel liegt. Und im Loslassen. Ich war an einem Punkt, an dem ich WIRKLICH bereit war, alles loszulassen. Alles. Aber ich glaube auch das ist so ein Thema, das unvorstellbar gross ist und das immer neue Facetten von sich zeigt.

Deshalb bleibe ich in diesem Post mal einfach beim Thema „Jetzt“, denn ich weiss, dass das nicht nur für mich so ein grosses Thema ist, sondern für so viele Menschen da draussen – also nutze ich diese Gelegenheit hier und erzähle ein bisschen, was mir momentan sehr hilft, um wieder in’s Hier & Jetzt zu kommen und meinen Verstand bzw. die Gedanken auszuschalten.

  • Reisen
    • Auf Reisen gehen ist etwas, das mir immer hilft, die Gedanken abzuschalten und im Hier und Jetzt zu leben. An neuen Orten gibt es so viele Eindrücke und man geht mit offenen Augen durch die Gegend. Da ist nicht viel Zeit, um sich Gedanken zu machen. Ich liebe es, mich von neuen Orten überrollen zu lassen und einfach all das Neue auf mich wirken zu lassen. Das bringt mich in’s Jetzt zurück. Es muss auch nicht einmal eine Reise sein, die in ein anderes Land führt. Es kann auch eine neue Stadt sein oder ein Dorf. Vielleicht gibt es sogar am Wohnort noch neue Wege zu entdecken. 🙂
  • Barfuss laufen
    • Mit der Schutzschicht namens Schuhe, die wir täglich an den Füssen tragen, ist es leicht, ganz schnell durch’s Leben zu gehen. Aber genau das macht es umso schwerer, im Moment zu leben. Einfach mal die Schuhe ausziehen und den Boden unter den Füssen spüren macht so viel aus! Vorgestern auf meinem Spaziergang war es so unfassbar heiss, dass ich die Schuhe ausgezogen habe und durch einen kleinen Bach gelaufen bin. Es ging keine 5 Sekunden und ich hatte keine Zeit mehr, mir Gedanken um irgendwas belangloses zu machen. Ich war einfach da in diesem Moment.
  • Ein Buch lesen
    • Kennst du den Moment, wenn du ein Buch liest und nach ein paar Seiten merkst, dass du keine Ahnung hast, was du gerade gelesen hast, weil du mit den Gedanken abgeschweift bist? Ich auch. Trotzdem gelingt es beim Lesen ziemlich oft, einfach im Moment zu sein und voll der Geschichte zu folgen. Ich denke einen grossen Faktor spielt die Haptik des Buches. Dass wir mit den Fingern das Papier spüren und den Geruch des Buches in der Nase haben. Auf dem Papier gibt es auch keine Ablenkung – nur Buchstaben, die gelesen werden wollen.
  • Zeichnen / kreativ sein
    • Mein absoluter „Lieblings-Jetzt-Moment“ liegt auf jeden Fall in der Kreativität. Für mich gibt’s nichts schöneres, als einfach mit einem Stift zu zeichnen, was eben gerade so rauskommt. Manchmal vergehen so Stunden und wenn ich mal ein Pause mache, merke ich, dass ich voll im Moment war.
  • Deeptalk / Schreiben
    • Diese Momente, in denen du mit jemandem über „Seelenthemen“ und das Universum sprichst und eine Nacht vorbeigeht, als wären es 5 Minuten gewesen – das sind auch solche „Jetzt-Momente“. Wer mag sie nicht. Aber es braucht gar nicht immer einen Menschen, um Deeptalk zu führen. Obwohl „talk“ kann man es dann wohl nicht mehr nennen. Ich habe festgestellt, dass das Schreiben einen ähnlichen Effekt hat, wie diese Gespräche. Einfach aufschreiben, was da im Kopf ist. Das holt dich zurück in’s Jetzt und hilft gleichzeitig, das Chaos da oben im lieben Verstand zu beseitigen.

Das Wichtigste bei all den Aktivitäten ist für mich, dass meine Sinne benutzt werden. In der heutigen Zeit arbeiten wir so viel mit unserem Verstand vor Computern oder anderen Geräten. Da werden der Körper und all die Sinne nicht so sehr gebraucht. Und genau das fehlte mir extrem. Auch Aktivitäten, vor denen ich eine positive Angst habe sind unglaublich wertvoll. Am Wochenende werde ich beispielsweise Gleitschirm fliegen gehen. Ich bin unglaublich aufgeregt, aber genau das sind solche Lebemomente, die schöne Erinnerungen schreiben und in denen es einfach keinen Platz für wirre Gedanken gibt. ❤️

Was machst du, um zurück in’s Jetzt zu kommen?

Ich würde mich sehr freuen, von dir in den Kommentaren zu lesen! ❤️


Hier kannst du dir mein Buch „Der kleine Lifechanger – 7 Lifehacks für den Alltag“ bei Amazon herunterladen.

Damit du nie mehr einen Blogartikel, eine Podcast Folge oder Videos verpasst, habe ich auf Telegram einen Channel eingerichtet, der dich immer sofort informiert, wenn’s was Neues zum Lesen gibt.  Es würde mich sehr freuen, wenn du auch dabei bist ! Hier geht’s zum Channel: Get inspired.  

Hier findest du mich & meine Gedanken bei Instagram.<3
Das ist mein Podcast. Hier teile ich immer wieder spontane Gedanken und kurzen Folgen. 
& Hier bei YouTube.