Schwarz oder weiss, aber nicht grau // Extreme

Extreme haben mich dieses Jahr verfolgt. Extreme hatten meinen Alltag in der Hand. Diese Extreme zu erkennen hat so viel Freiheit wieder zurück in mein Leben gebracht.

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„Wenn du abnehmen willst, darfst du nur noch gesund essen. Wenn du der Welt was Gutes tun willst, musst du alles ändern. Am besten sofort. Oder es einfach ganz sein lassen. Wenn du krank bist, willst du keine Medikamente nehmen, weil die Schulmedizin keine Ahnung hat. Du schaffst das auch aus eigener Kraft – und zwar ganz. Von Anfang bis Ende. Wenn du produktiv sein willst, musst du Gas geben. Von morgens bis abends. Jeden Tag. Vollgas.“ – Erkennst du dich selbst in einem der Beispiele wieder? Diese Extreme haben es echt in sich.

Extreme, die uns den Alltag vermiesen

Dieses Jahr wurde mir bewusst, dass ich super viele Extreme im Leben habe, bzw. hatte. Dass ich ein richtiger „Ganz oder gar nicht“-Typ war.

Und genau das war schlussendlich oft das Problem in verschiedensten Lebenslagen. Schlussendlich war die Einstellung sogar meistens der Grund, wieso ich mir selbst im Weg stand und an einem gewissen Punkt dann einfach nicht mehr konnte. Ich hatte einfach keine Kraft mehr, sei es physisch oder psychisch.

Hallo Schuldgefühle

Ich glaube Schuldgefühle sind etwas vom Schlimmsten. Es ist ein unglaublich quälendes Gefühl.

Lange Zeit war mir gar nicht klar, dass es sich bei meinen Gefühlen überhaupt um Schuldgefühle handelte. Bis ich gezwungen wurde mal ein paar Schritte zurück zu machen und mein Leben mal wieder von aussen zu betrachten.

Die vielen Extreme, die ich in meinem Leben hatte, waren der Auslöser für die Schuldgefühle.

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Photo by Greg Raines on Unsplash

Gerade heute hätte ich am liebsten wieder laut in die Welt herausgebrüllt, wie dankbar ich bin, dass ich mir mittlerweile erlaube, Pausen zu machen, wenn ich Pausen brauche.

Das ist ein Thema, das ich hier immer wieder angeschnitten habe, weil es mich einfach so extrem belastet hat. Ich konnte keine Pausen machen, weil ich dann immer das Gefühl hatte, dass ich nicht genug produktiv bin und ich meiner Zielliste nicht mehr treu sein kann. Meine Tage waren so lange so vollgepackt, bis ich irgendwann zusammengebrochen bin und zwei Monate lang brauchte, um mich zu erholen.

Die gleichen Gefühle wurden auch durch meine gesunde Ernährung und Medikamente ausgelöst. Witzig oder? Wieso sollte gesunde Ernährung und „keine Medikamente nehmen“ schlechte Gefühle auslösen?

Na genau so: Ich habe beschlossen, dass ich mich gesund ernähren will und habe deshalb ALLES, was nur annähernd ungesund sein könnte, aus meinem Leben verbannt. Zwanghaft.

Das selbe passierte mit Medikamenten. Ich musste 18 Jahre meines Lebens täglich Medikamente nehmen. Als ich dann aber angefangen habe, mich wirklich mit mir selbst auseinanderzusetzen habe ich es geschafft, alle Medikamente abzusetzen und mich selbst zu heilen. 

Als ich dann dieses Jahr wieder auf Medikamente zurückgreifen musste, als ich meine Hautinfektionen hatte, fühlte ich mich richtig schlecht. Und schuldig. Ich fühlte mich wie der grösste Versager, weil ich jetzt nicht mehr sagen kann, dass ich 4 Jahre „chemiefrei“ bin und weil ich mir so sicher war, dass ich es selbst irgendwie hinbekomme – wie zuvor auch. 

Wenn ich das jetzt selbst so lese, finde ich es umso krasser. Dass ich so gelebt habe.

Die Dosis macht das Gift

In jedem Fall stimmt diese Aussage meiner Meinung nach. Die Dosis macht das Gift. Auch zu viel des Guten ist irgendwann nicht mehr gut.

Und genau das ist es. Meine grösste Lektion dieses Jahr. Die Dosis macht das Gift. Extreme sind nie gut, auf keiner Seite.

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Momentan lese ich ein Buch über Polarität, welches genau dieses Phänomen sehr gut aufzeigt. Es braucht immer beide Pole. Den „guten“ und den „schlechten“.

Wenn wir einen Pol aber über längere Zeit ausblenden und ausschliessen, kommt er umso stärker eines Tages zurück. 

Wir können die besten Absichten haben und trotzdem furchtbar traurig dabei werden. Weil wir es übertreiben. Das Gefährliche dabei ist meiner Meinung nach, dass es so schwer zu erkennen ist, woher die schlechten Gefühle kommen, denn auf den ersten Blick sieht ja alles super vorbildlich und gesund aus. Wenn wir aber mal genauer hinschauen, merken wir vielleicht, dass wir uns zu sehr auf eine Seite gelehnt haben.

Nicht jeder Mensch ist gleich anfällig für dieses Phänomen wie andere. Aber ich denke wir alle kennen diese Extreme in gewissen Bereichen. 

Jeden Tag 10’000 Schritte machen, ist ein Klacks und macht sogar Spass, oder? Ja. Macht es. Bis wir merken, dass wir die Schritte eines Tages nicht mehr aus dem Herzen tun, sondern nur noch, um die Zehntausend zusammenzubekommen.

Extreme brechen

Als ich meine Extreme (und ich hatte viele) erkannt habe, habe ich es mir sofort zur Aufgabe gemacht, diese zu brechen. Den Zwang loszulassen. 

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Photo by Tiraya Adam on Unsplash

Oberflächlich betrachtet sieht das mega easy aus. Wie schwer kann’s denn sein, mal wieder was ungesundes zu essen, statt immer nur 100% clean und gesund?

Wie schwer kann es denn sein, mich nicht mehr um die 10’000 Schritte zu kümmern, sondern einfach dann spazieren zu gehen, wenn ich es will?

Wie schwer kann es schon sein, mal einfach nichts zu tun, statt immer voll produktiv sein zu wollen?

Wie schwer kann es schon sein, mir doch von einem Arzt helfen zu lassen, statt alles selbst durchzuboxen, obwohl ich merke, dass ich wohl jetzt eben nicht bereit dazu bin?

Bei all den Beispielen klingt es viel einfacher, das Extrem zu brechen, als dem Extrem weiter zu folgen.

Die Realität sah jedoch anders aus. Die „Tat“ selbst ist wahrhaftig nicht schwer. Aber mit dem Gewissen dahinter leben können, schon. Es fühlte sich an wie betrügen. Lügen. Sich selbst verarschen. Aufgeben. 

Ich musste mich also bewusst in die Schuldgefühle begeben und sie dann in gute Gefühle umwandeln. Es gab keinen Weg dran vorbei. Und genau das habe ich gemacht. Es gibt keine Zauberformel dafür. Es wird einfach mit der Zeit einfacher und einfacher, bis es normal ist. 

Jetzt ist es normal. Normal, dass ich wieder bewusst die Dinge tue, die ich tue. Normal, dass ich weiss, dass ich nicht immer 200% geben kann oder soll. Normal, dass niemand perfekt ist und das Leben so viel schöner ist, wenn es nicht von Extremen gefüllt ist.

Hast du diese Extreme auch in deinem Leben?

Erkennst du dich wieder in dem Text, oder fragst du dich jetzt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe? 😂

Ich würde mich sehr über einen Austausch in den Kommentaren freuen! ❤️

Hast du Extreme in deinem Leben, die dich nicht loslassen? Oder hattest du welche?


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