Sam Cadosch - akzeptieren, akueptiere, akzeptanz, Stille - cover
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Erwartungen halten dich klein! Lass‘ sie los…

Diesen Satz habe ich mir schon oft gedacht. „Ich erwarte einfach nichts mehr. Von niemandem.“ Und irgendwie war das immer mit einem traurigen Gefühl verbunden… Keine Erwartungen zu haben ist doch nicht normal?!

Erwartungen sind normal

Wir sind damit aufgewachsen. Mit Erwartungen. Haben von unseren Eltern gehört, was sie so von uns erwarten und wollten das natürlich erfüllen. Später haben wir angefangen Dinge von anderen Leuten zu erwarten und ihnen das zu zeigen und zu sagen.

Erwartungen sind was ganz normales in unserer Welt, denke ich.

Und trotzdem wurde ich bisher vielfach enttäuscht, wenn ich von jemandem was erwartet habe. Ich habe von anderen Menschen erwartet, dass sie respektvoll sind. Dass sie mich gut behandeln. Dass sie Dinge tun, die für mich selbstverständlich sind. Habe erwartet, dass sie ehrlich sind und dass sie mich anrufen, wenn sie später kommen.

Erwartungen sind überall. Und ich hatte jede Menge davon.

Das sagt Wikipedia zu dem Thema: „Eine Erwartung bezieht sich auf die Annahme oder Antizipation eines zukünftigen Ereignisses.“

Wow. Schlau wie immer. Aber wie können wir annehmen, dass etwas in Zukunft passiert und dann so sehr enttäuscht sein, wenn es doch nicht passiert? Irgendwie strange…

Erwartungen sind schädlich

Denn das Problem mit den Erwartungen ist, dass sie nicht immer erfüllt werden und wir dann enttäuscht sind.

Genau das war schon Oft der Grund, wieso ich mir einfach gesagt habe, dass ich nichts mehr erwarte von anderen Menschen.

Denn wer gar nicht erst etwas erwartet wird auch nicht verletzt. Er kann nur überrascht werden, wenn was Gutes passiert.

Aber irgendwie wollte ich dann doch nicht wirklich nach dem Motto leben, weil es irgendwie negativ behaftet war. Es fühlte sich überhaupt nicht gut an. Sondern eher so, als hätte ich aufgegeben. Als hätte ich keine Hoffnung mehr im Leben. So in etwa hat sich das angefühlt und so wollte ich natürlich nicht mit meiner Erkenntnis zu Erwartungen weiterleben.

Deshalb war das dann auch ziemlich schnell immer wieder vergessen und ich habe weitergemacht wie zuvor. Mit Erwartungen und den ein oder anderen Enttäuschungen.

Sam Cadosch - Erwartungen, expect, expectations, erwarten, normal

Much has been given. Much is expected.

Frieden mit den Erwartungen…

Jetzt kann ich wahrscheinlich langsam behaupten, dass ich mit den Erwartungen Frieden geschlossen habe.

Ich denke es ist etwas vom schwierigsten überhaupt, nichts zu erwarten mit einem guten Gefühl dabei.

Seit einiger Zeit versuche ich nichts mehr zu erwarten und nicht mehr in jede Handlung etwas hineinzuinterpretieren. Und es lebt sich tatsächlich besser so. Denn in meinen Augen sind Erwartungen etwas sehr giftiges für Geist und Seele. Sie führen immer wieder zu Auseinandersetzungen, wenn zwei Menschen was von einander erwarten und einer oder beide die Erwartungen nicht erfüllt.

Vielfach ist es sogar so, dass man Dinge erwartet die für einen selbst total normal sind aber für andere Menschen gar nicht. Das Gegenüber weiss nichts von unseren Erwartungen und erfüllt sie dementsprechend wahrscheinlich auch nicht.

Du bist enttäuscht und hast ein riesiges negatives Kopfkino und malst dir Szenarien aus, wieso er/sie jetzt so gehandelt hat. Obwohl er/sie nicht mal was davon weiss!

Sowas passierte mir ehrlich gesagt immer wieder in den letzten Jahren.

Heute erwarte ich nicht, dass wenn ich dir einen Tee bringe, du mir nächstes mal auch einen bringst. Wisst ihr, was ich meine?

Und das soll auch nicht heissen, dass ich mich nicht aufregen würde, wenn ich mit jemandem abmache und am Treffpunkt warte und er einfach nicht auftaucht. Oder erst viel zu spät. Und es heisst auch nicht, dass ich nicht verletzt wäre, wenn mich jemand hintergehen würde.

Es heisst lediglich, dass ich das mir und anderen Menschen nicht mehr antun will. Diesen Stress der Erwartungen.

Wenn mir jemand was Gutes tun will, nehme ich das gerne an. Wenn nicht, dann eben nicht. Ich erwarte es nicht mehr, nur weil ich für jemand anderen etwas Gutes getan habe.

Das ist auch nicht der Sinn vom Geben.

Keine Erwartungen zu haben ist Freiheit

Wenn ich jetzt sage „Ich erwarte nichts.“, hat das für mich nichts mehr Negatives. Sondern etwas sehr Positives. Weil ich endlich leben kann ohne ständig was zu erwarten und es dann nicht zu bekommen.

Ich kann mich viel mehr freuen, wenn was Schönes passiert oder unerwartet jemand was Gutes für mich tut.

Und ich habe sogar das Gefühl, dass mir jetzt viel mehr Gutes passiert als vorher.

Aber so ist es doch immer. Einfach loslassen und auf einmal klappt’s… 🙂

Nein, ich bin jetzt kein Profi darin. Und es fällt mir auch nicht immer leicht. Aber ich habe vieles dazu gelernt und kann mein Leben jetzt anders betrachten und Leben 🙂

Der Artikel von letzter Woche passt irgendwie ebenfalls sehr gut zu dem Thema hier: Akzeptieren, annehmen und weiter daran arbeiten. Weil für mich das Gefühl von „keine Erwartungen haben“ und „Akzeptieren“ irgendwie ähnlich ist.

Keine Ahnung ob das für irgendjemanden sonst nachvollziehbar ist 😂

Wie siehst du das? Lebst du mit viel Erwartungen oder überhaupt nicht? 


Hier findest du mich & meine Gedanken bei Instagram.<3

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16 Comments

  1. Hallo Sam,
    Dein Beitrag hat mich nachdenklich gemacht. Es scheint mir, daß Du schon viele negative Efahrungen gemacht hast, bzw. oft enttäuscht wurdest. Das finde ich sehr schade. Ich persönlich würde das Thema differenzierter sehen. Von fremden Menschen erwarte ich auch wenig bis nichts. Ich kenne sie nicht, kann sie nicht einschätzen. Erwartungen an sie zu stellen, gleicht einem Glücksspiel. es kann klappen, muss aber nicht. Wer zuviel erwartet geht sicher die Gefahr, oft enttäuscht zu werden.
    Anders allerdings sehe ich das in meinem sehr engen Umfeld, z. B. in meiner Familie oder Kollegen. Dort habe ich sehr wohl Erwartungen: dass der Kollege seine Arbeit macht, damit ich meine machen kann. Dass mein Partner und meine Kinder sich bemühen, daß unsere Familie harmonisch und vertrauensvoll funktioniert. Auf diesen Erwartungen bauen sich auch eigene Entscheidungen auf, die einen langfristigen Bezug haben. Natürlich müssen diese Erwartungen auch ausgesprochen werden. Was man dabei aber nie vergessen darf: Erwartungen haben reicht alleine natürlich nicht. Die Erwartungen, die ich an die anderen haben, muss ich selbst auch erfüllen und leisten können. Das ist ein Geben und Nehmen – das man allerdings nie gegeneinander aufwiegen darf: Ich habe Dir da geholfen, also musst du nun das für mich tun.
    Dann sind Erwartungen durchaus etwas Gutes: Mein enges Umfeld weiß, was ich mir wünsche und ich weiß, was ich tun muss, um andere zufriedener zu machen.
    Grüßle, Simone

    • Sam Cadosch sagt:

      Da stimme ich dir komplett zu, Simone 🙂

      Ich meinte das mit den Erwartungen jedoch nicht genau so. Ich finde man muss seinen Mitmenschen seine Wünsche mitteilen. Sonst können sie ja nicht danach handeln. Aber ich persönlich erwarte nichts mehr. Erwartungen haben für mich so einen gewissen Zwang. An mich selbst habe ich Erwartungen. Die ich auch erfülle. Meistens. Aber an andere Menschen nicht mehr. So kann ich mein Leben mit mehr Gelassenheit nehmen.

      Danke für deine Gedanken!

      Liebe Grüsse
      Sam

  2. Ina sagt:

    Genauso halte ich es auch und damit geht leichter durch Leben Dankeschön für deine Worte.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    http://www.mitkindimrucksack.de

  3. Jasmin sagt:

    Liebe Sam!
    Ich finde es wichtig, Gelassenheit ins Leben zu bringen und das ist für mich das, was du mit keinen Erwartungen im Leben meist. Das ist wirklich nicht immer einfach – auch nicht für mich – aber ich glaube, ich habe es auch ganz gut gelernt, mit dieser Haltung entspannter durchs Leben zu gehen 😉 Kann ich also nachvollziehen! Es ist für mich auch immer schön, keine Erwartungen an zum Beispiel ein Land zu haben, das ich besuchen werde. Dann kann ich auch nicht enttäuscht werden! 🙂 Alles Liebe, Jasmin von backpacktherapy.de

    • Sam Cadosch sagt:

      Liebe Jasmin

      Danke für deinen Kommentar!
      Ja, du sagst es! Gelassenheit ist das Wort, was das Ganze am besten beschreibt! Du verstehst mich 😊

      Finde ich cool, dass du auch so handelst 🙂

  4. Karl-Heinz sagt:

    „Einfach loslassen und auf einmal klappt es.“ Damit hast Du es auf den Punkt gebracht :-)!

  5. Pauline sagt:

    Erwartungen können so belastend sein, vorallem die eigenen…

  6. Guter Text! Das Problem kennen sicher viele. Loslassen ist natürlich eine gute Idee, aber das klappt einfach nicht immer. Ich glaube auch, über seine Erwartungen ein wenig offener zu reden kann helfen. Also gegenüber desjenigen, von dem man etwas erwartet. Aber gar nicht so einfach …

    • Sam Cadosch sagt:

      Danke, Laurel!

      Nein, einfach ist es bestimmt nicht 🙂 Und darüber reden ist natürlich super. Nur finde ich, dass man allgemein keine Erwartungen äussern sollte. Sondern eher Wünsche.:)

  7. Avaganza sagt:

    Liebe Sam,

    geht mir ganz genauso wie dir! Ich habe an mich selbst extrem hohe Erwartungen und hatte diese dann auch automatisch an andere. Da konnte Ich ja nur enttäuscht werden. Deshalb lerne ich gerade meine Erwartungen an mich herunterzuschrauben und von anderen gar nichts mehr zu erwarten.

    Liebe Grüße
    Verena

  8. Hi,
    ein echt interessanter Beitrag!
    Und zu deiner Frage, ich habe Erwartung an dem Leben…diese gehen aber Unter…deprimiert ist man schon sehr.

    Liebe Grüße,
    Noah von https://noahjoels.wordpress.com/

  9. […] Und die Antwort war „Keine Ahnung. Vielleicht unterbewusst noch von Anforderungen und Erwartungen von anderen Leuten von früher? Weil ich gerade nicht im Gleichgewicht mit mir selbst […]

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