Eine Lektion vom Leben – Ich konnte mich nicht mehr richtig bewegen

So, hallo. Ich bin wieder zurück. Und irgendwie fühlt sich das hier gerade an, als hätte ich noch nie einen Blogartikel geschrieben. Ich habe das Gefühl, ewig nichts mehr produziert zu haben. Irgendwie weiss ich auch gerade gar nicht so richtig, wo ich denn eigentlich anfangen soll… Ich möchte über meine Erfahrungen sprechen, die ich in den letzten Tagen gemacht habe. Sie waren brutal und haben mein Leben auf das Mindeste reduziert. Aber umso dankbarer bin ich jetzt für alles, was ich habe! Und ich glaube ich habe mal wieder einiges gelernt. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich gar noch nicht alles verarbeitet habe, was so passiert ist…

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Ich konnte nicht mehr richtig laufen

Ja, wo fange ich da genau an… Ich habe glaube ich noch nirgends was davon erzählt und es fällt mir ziemlich schwer… Aber ich fange hier einfach mal an, zu schreiben.

Heute ist der erste Tag, an dem ich mich wieder wie ein Mensch fühle. Die letzten 5 Tage waren der Horror und ich wusste teilweise nicht, wie ich das überstehen soll. Ich hatte höllische Schmerzen und habe mir ehrlich gewünscht ich hätte ein Bein gebrochen, statt das zu erleben, was ich tatsächlich erlebt habe…

Ich hatte eine Hautinfektion, die sich von selbst ausgebreitet hat. Und ich weiss gar nicht so recht, wie ich das hier beschreiben soll, ohne dass es zu ekelhaft wird. Meine Haut hat sich entzündet und fiel von selbst ab. Nicht am ganzen Körper und nicht alles auf einmal. Aber Stück für Stück hat sich meine Haut aufgelöst und riesige offene Wunden hinterlassen. Wenn ich das hier schreibe bekomme ich Gänsehaut, weil ich nicht glauben kann, dass das wirklich passiert ist…

Das Ganze hat glaube ich letzte Woche am Dienstag oder Mittwoch angefangen. Da habe ich die ersten kleinen Wunden entdeckt. Die ich aber ignoriert habe, weil ich dachte die werden einfach wieder zugehen. Sind sie nicht. Sie haben sich vergrössert und ausgebreitet. Bis Freitagnachmittag konnte ich noch so tun als wäre es nicht so schlimm. Es hat zwar schon da verdammt weh getan, aber ich bin mir einiges an Schmerz gewohnt, weshalb ich wahrscheinlich länger brauche, zu realisieren, dass es ernst ist.

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Photo by Luca Bravo on Unsplash

Dass es erst ist habe ich dann am Freitagabend gemerkt, als ich mich nicht mehr normal bewegen konnte. Dieser Zustand wurde immer schlimmer. Trotzdem bin ich am Samstagmorgen mit meinem Freund nach Luzern gefahren, weil wir das schon lange geplant haben. Wir passen hier auf den Hof von seinem Onkel auf und ich wollte natürlich mit, denn das hier ist ein wunderschöner Platz auf dieser Erde.

Am Samstagabend konnte ich nicht mehr. Dachte ich. Ich wollte in die Notaufnahme, weil es so verdammt schlimm war. Und wenn ich jetzt zurückschaue, war das auch der richtige Impuls. Ich habe ihn aber ignoriert und dachte dann doch wieder, dass ich es selbst hinbekomme. Am Sonntagmorgen wollte ich wieder in die Notaufnahme, weil es noch schlimmer wurde! Auch diesen Impuls habe ich ignoriert. Ab da konnte ich dann nur noch rumliegen. Also ich konnte schon noch aufstehen, aber es hat so höllisch weh getan, dass ich mir wirklich ganz gut überlegt habe, ob ich jetzt auf die Toilette gehen will oder lieber doch nicht. Ja, so schlimm war es bereit. Und trotzdem habe ich versucht das auszuhalten.

Bis ich am Dienstagmorgen (gestern) nicht mehr konnte. Wirklich nicht mehr. Ich konnte nichtmal mehr schlafen, weil die Schmerzen so stark waren. Dazu kam dann auch noch Herzrasen und andere komische Schmerzen, die nicht von der Haut ausgingen.

Aufgeben hat sich noch nie so friedlich angefühlt

Diese Nacht hat mir klar gemacht, dass es so nicht mehr weitergeht. Dass ich jetzt einfach mal Hilfe von Aussen annehmen muss und dass ich diese „Ich-bin-stark-ich-schaff-das-Maske“ ablegen musste.

Als wir dann mit dem Auto zum Notarzt fuhren fühlte ich mich, als hätte ich aufgegeben. Und das habe ich ja irgendwie auch. Ich habe diesen Kampf aufgegeben, den ich in diesem Moment nicht gewinnen konnte. Und dieses Aufgeben hat sich so unglaublich friedlich und befreiend angefühlt!

Von gestern auf heute hat sich mein Zustand unglaublich verbessert. Ist auch kein grosses Wunder, denn mir wurde jetzt eine Antibiotika / Kortison Therapie verschrieben – die verdammt gut wirkt! Und dafür bin ich unendlich dankbar!

Wissen wann fertig ist, kann lebensrettend sein

Und hier kommen wir zur ersten Lektion, die ich dadurch lernen „durfte“: Wissen wann fertig ist, kann lebensrettend sein!

Ich will hier nicht sagen, dass ich gestorben wäre, wenn ich nicht zum Arzt gegangen wäre – obwohl ich mir ohne Witz nicht sicher bin, wo ich gelandet wäre, wenn ich es nicht getan hätte.

Aber ich will damit sagen, dass es manchmal besser ist, einfach Hilfe anzunehmen, statt krampfhaft irgendwas durchzuboxen!

Ihr alle wisst, dass ich überhaupt kein Fan von Medikamenten bin und dass ich seit 3 Jahren medikamentenfrei bin, nachdem ich eigentlich mein Leben lang irgendwelche Chemie geschluckt habe für alle möglichen Krankheiten, die ich heute alle nicht mehr habe. 🙏🏼

Und weil ich einfach unbedingt alles ohne Chemie regeln wollte, musste ich an diesem Punkt ankommen. An den Punkt, an dem es einfach nicht mehr weiterging – damit ich mir selbst endlich eingestehen konnte, dass ich zu diesem Zeitpunkt jetzt einfach nicht stark genug bin, das alleine hinzubekommen.

Und das ist auch überhaupt nicht schlimm!

Ich denke es gibt viele Situationen, in denen uns einfach unser Ego im Weg steht. Und das tut einfach gar nicht gut!

Auf das Wichtigste reduziert

Wenn ich mein Leben der letzten Tage in einem Satz beschreiben müsste, wäre es: „Auf das Wichtigste reduziert.“ Ich denke das trifft es ganz gut. Und daraus habe ich nochmals was gelernt, was heutzutage sehr viele Menschen betrifft meiner Meinung nach…

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Erst wenn man seinen Alltag nicht mehr normal leben kann, merkt man, was wirklich zählt im Leben und auf was man wirklich problemlos verzichten kann.

Ich hatte kein Bedürfnis mehr nach speziell gutem Essen, ich war einfach froh, dass ich bisschen was essen konnte, damit ich keinen Hunger hatte.

Mir war scheissegal, wie ich aussah. Schon am Freitagabend, als das alles so richtig schlimm wurde, war es mir egal. Da war ich noch bei einer Freundin zu Hause und wir haben Spiele gespielt mit meinem Freund und ihrem Freund. Und schon da hatte ich eine riesengrossen Jeans an und ein schlabbriges Shirt, damit die Kleidung nicht so krass an meiner offenen Haut rieb. Und so ging es dann auch weiter bis gestern. Jogginghose und XXXL Pulli. Und es hat mich nicht eine Sekunde lang interessiert.

Ich habe mich auch nicht mehr gefragt, wie ich mich wohl am besten hinstelle, damit ich einen guten Eindruck mache. Wenn ich überhaupt irgendwo stand, dann wie eine alte Hexe gepaart mit einem Roboter. So muss das ausgesehen haben. 😂

Und ich habe mir auch nicht mehr überlegt, wann ich am besten meine Insta Posts poste und dass ich doch dieses und jenes in die Insta Story posten könnte. Und hier sind wir wieder bei diesem grossen Thema…

Social Media und was die anderen wohl denken

Mir hat diese „Zwangspause“ ehrlich gesagt gut getan. Vor allem mit den Stories. Ich liebe es, auf Instagram Stories zu posten und dadurch Menschen zu unterhalten, zu inspirieren oder zum nachdenken zu bringen. Und irgendwie hat es sich schon komisch angefühlt, wenn ich mal nicht meinen halben Tag auf Instagram gepostet habe.

Dass ich das in den letzten Tagen aber nicht gemacht habe, hat sehr gut getan. Ich habe zwar immer noch ein bisschen was gepostet – z.B. den wunderschönen Sonnenuntergang oder mal eine Story vom Feuer. Aber das habe ich einfach gemacht, weil es sich gerade gut angefühlt hat und nicht weil ich dachte, ich muss jetzt was posten um präsent zu bleiben.

Irgendwie klingt das ziemlich krass, wenn man das mal so ausspricht. Aber heutzutage beobachte ich dieses Problem bei so vielen Menschen, die eine gewissen Präsenz auf Social Media haben. Irgendwann fühlen sie sich dadurch einfach nur noch gestresst.

Aber wieso überhaupt? Ich habe durch mein weniger-präsent-sein nichts verloren und nichts ist kaputt gegangen. Wieso also stressen wir uns immer so unglaublich mit solchen Dingen?

Hier geht es auch nicht unbedingt um die Stories selbst. Ich liebe diese Funktion und werde sie auch weiter nutzen. Aber durch das hier habe ich einige zwanghafte Verhaltensweisen festgestellt. Eine davon war Social Media.

Wir machen uns so viele Gedanken über Dinge, die es gar nicht geben sollte. Viel zu viel sind wir darauf fokussiert was Aussen abgeht und was die Leute da draussen von uns denken – statt den Blick einfach mal nach Innen zu richten und ihn auch da zu behalten zu einem gewissen Punkt. Und das habe ich mal wieder auf eindeutige Art und Weise erfahren.

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Photo by jean wimmerlin on Unsplash

Selfcare, Selflove und Selfwhatever

Irgendwie finde ich es auch krass, dass heutzutage genau diese Themen so wichtig sind. Selbstliebe, sich um sich selbst kümmern und sich selbst genug sein. Aber irgendwie kommt mir das vor wie ein Trend. So als ob man einfach nur das Wort benutzt und so tut, als wäre man der Selflover und Selfcarer höchstpersönlich.

Wie kann es dann sein, dass genau zu dieser Zeit auch so viele Menschen solche Zwangspausen einlegen müssen, weil sei einfach nicht mehr so weitermachen können, wie bisher?

Vielleicht sollten wir auch hier einfach ein bisschen weniger reden und ein bisschen mehr machen. Und nicht mehr im Sinne von „mehr abliefern“, sondern im Sinne von sich selbst wirklich finden. Sich wirklich um sich selbst kümmern.

Everything happens for a reason

Dieser Beitrag hier soll übrigens nicht darstellen, wie schlimm meine Zeit war und wie sehr ich gelitten habe. Ich hatte einfach das starke Bedürfnis, diese Geschichte zu teilen, denn was andere durchlebt haben muss man ja nicht unbedingt selbst auch erleben. Ich teile Geschichten wie diese, um den Blick vom Aussen wieder ein bisschen mehr nach Innen zu richten. Und wieder von Herzen dankbar sein zu können für alles was wir haben. Und das fängt schon dabei an, dass wir gehen können und atmen. Dass wir die Augen öffnen können und sehen. Dass wir riechen und schmecken. Dass wir barfuss über eine Wiese laufen können und die Erde spüren. Es sind wirklich die kleinen Dinge im Leben.

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Und ausserdem glaube ich wirklich immer noch daran, dass alles aus einem guten Grund passiert. Ich bin mir noch nicht sicher, ob meine Lektion hier einfach sein sollte, dass ich mal zurück zu mir kommen soll und einfach mal nichts mehr machen sollte. Oder ob das Ganze noch eine viel grössere Bedeutung hat. Ich werde es herausfinden. ❤

Was war die wichtigste Lektion, die dir dein Leben bisher erteilt hat? Schreib’s mir in die Kommentare. ❤


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1 Antwort

  1. 10. Mai 2018

    […] ich vor 2 Wochen diese Hautinfektion hatte, die mich bis zum Notarzt brachte, hatte ich immer im Kopf „In 3 Tagen bin ich bestimmt […]

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