Die schönste Zeit, ist die, in der du die Zeit vergisst

Wie spät ist es? Wann müssen wir da sein? Was machen wir als nächstes? Wann kommst du? – So vieles in unserem Leben dreht sich um Zeit.

Eigentlich dreht sich fast alles nur um Zeit. Nicht nur der Tagesablauf, sondern der ganze Lebensablauf. Es ist nicht nur normal, um 12 Uhr sein Mittagessen zu essen und um 18 Uhr sein Abendessen. Es ist auch normal, dass man mit einem gewissen Alter von zu Hause auszieht, ein Haus baut, heiratet, Kinder kriegt und pensioniert wird. Alles ist irgendwie zeitlich geregelt. Von den kleinen bis zu den grossen Dingen.

Sam Cadosch - Zeit - time

Photo by Jiyeon Park on Unsplash

Ich war ein riesiges Opfer der Zeit! Und bin es heute immer noch teilweise . Ganz ehrlich. Und das hat Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • Ich bin ein Zeitmanagementprofi
  • Pünktlichkeit ist immer on point
  • Planung fällt mir einfach
  • Zeitliche Abläufe kann ich einhalten und selbst gestalten

Nachteile:

  • Permanent auf die Zeit fixiert
    • Es wird ständig geprüft, ob es jetzt „Zeit ist“ für was auch immer
  • Zur Ruhe kommen ist schwer
    • Ruhe? Was ist das? Ich kann mich doch nicht mitten am Nachmittag ausruhen – dann ist es doch Zeit, um zu arbeiten und Dinge zu erledigen!
  • Routine – Abläufe werden automatisch und unbewusst
    • Um 7 Uhr aufstehen, um 9 Uhr frühstücken, um 12 Uhr Mittagessen, um 14 Uhr Termine, um 18 Uhr Abendessen – die Dinge passieren einfach automatisch, ohne dass noch in irgend einer Hinsicht darüber nachgedacht wird.
  • „Jetzt“ gibt es nicht wenn man immer auf die Uhr schaut
    • Ständig auf ein Ziel fokussiert sein oder ein Ereignis, das „dann“ stattfindet entfernt uns immer mehr vom „jetzt“.

Zeit ist gut – aber nicht immer

Fixe Zeiten sind für viele Dinge super. Ich meine, stell’ dir mal vor wir wollen uns treffen und machen keine Uhrzeit aus. Ich glaube nicht dass da wirklich ein Treffen zustande käme.

Oder wenn du einen Flug antrittst oder mit dem Zug irgendwo hinfährst; Zeitangaben sind hier der Punkt und nicht wegzudenken.

Und genau für solche Dinge ist Zeit und Zeitplanung sehr gut und meiner Meinung auch wichtig.

Wann immer es darum geht, dass zwei Parteien zusammen zum gleichen Zeitpunkt aufeinander treffen oder irgendwo hingehen ist es super eine Zeit auszumachen und einem gewissen Zeitplan zu folgen.

Sam Cadosch - Zeit - meet

Photo by Jessica Sysengrath on Unsplash

Im Jetzt leben und zur Ruhe kommen

Ich sitze gerade im Flugzeug und fliege zurück in die Schweiz nach vier unvergesslichen Tagen in Barcelona. Den Blogartikel dazu findest du übrigens hier: Barcelona – Meine Erfahrung auf einer Reise nur mit mir alleine Und das Video zu den 4 Tagen findest du hier: Alleine in Barcelona – Tattoo | vegan food | Gefühlsachterbahn

Als ich vorhin aus dem Fenster geschaut habe und gesehen habe, wie die Stadt immer kleiner wurde und das Flugzeug immer höher in den Himmel stieg, fragte ich mich, was die schönsten Momente hier in Barcelona waren.

  • Die schönsten Momente waren die, in denen ich kein Ziel hatte.

Es gab Stunden da war ich immer auf dem Weg zu einem Ziel. Zu irgendetwas, was ich anschauen wollte. Und es gab Stunden da habe ich mir bewusst einfach nichts vorgenommen und bin einfach durch die Stadt gelaufen und habe geschaut was so passiert und wo es mich hinzieht.

Und genau diese Stunden waren die schönsten für mich.

All die Orte, die ich gesehen habe weil sie auf meiner „Barcelona Bucketlist“ standen waren auch schön und ich bin dankbar, dass ich sie alle gesehen habe!

Was mir aber extrem aufgefallen ist, ist dass ich die Umgebung nicht gleich wahrgenommen habe, wenn ich mit einem Ziel durch die Stadt lief. Ich habe gar nicht so wirklich wahrgenommen, was alles so rund um mich passiert, weil ich einfach auf dem schnellsten Weg zu meinem Ziel wollte.

Sam Cadosch - Zeit, Barcelona - speed

Photo by Javier Bosch on Unsplash

Wenn ich ohne Ziel unterwegs war habe ich viel mehr schöne Orte gesehen und mich auch öfters mal einfach irgendwo unter einen Orangenbaum oder eine Palme gesetzt mit einem Kaffee, den ich in einem kleinen Café irgendwo gekauft habe. Und DAS waren die Momente, in denen ich mich ausgeglichen gefühlt habe!

Das ist doch Zeitverschwendung!

Für viele Menschen ist es immer noch Zeitverschwendung, sich einfach treiben zu lassen und mal zu schauen, was eben so passiert.

Wer diesen Blog hier schon eine Weile verfolgt, weiss, dass auch ich mit diesem Thema immer wieder Mühe habe, denn es ist meiner Meinung nach einfach viel zu tief in uns allen verankert, dass wir denken immer produktiv sein zu müssen.

In einem Buch habe ich vor ein paar Wochen gelesen, dass die grösste Herausforderung der Menschen ist, einfach NICHTS zu tun. Sich einfach mal hinzusetzen und gar nichts zu machen. Einfach seine Gedanken zu beobachten. Nicht lesen, schlafen oder Pläne schmieden – einfach mal nichts tun. Für eine Stunde pro Woche als Anfang. Und zugegeben: Ich habe es auch nicht geschafft. Bis jetzt.

Das sind solche Punkte, an denen ich momentan immer mehr arbeite, weil ich verstanden habe, wie wichtig sie sind. ❤

Es herrscht irgendwie immer so ein Erwartungsdruck von aussen, dass man ständig produktiv sein soll. Liefern und machen. Und irgendwie hat sich das von Aussen nach Innen geschlichen und wir machen uns diesen Druck jetzt selbst.

Die Zeit ist mächtig

Die Zeit ist nur eine Zahl. Aber heutzutage sind Zahlen extrem stark und beeinflussen uns enorm. Sei es die Waage, die Anzahl Followers auf Social Media, die Anzahl Kalorien, die Noten in der Schule, Geld oder eben die Zeit.

Es dreht sich so vieles um Zahlen. Und während immer mehr Menschen merken, dass Zahlen so eine Macht und sich dessen bewusster werden, bleibt die Zeit unentdeckt im Hintergrund, denn sie ist immer da und leitet uns.

Und bitte versteht mich nicht falsch: Ich finde es super, Zeit einzuplanen um Dinge fertigzustellen, Zeiten auszumachen, um sich mit jemandem zu treffen und eine gewisse Struktur zu haben. Ich selbst bin der grösste Fan von Struktur – aber nur wenn sie im Gleichgewicht zu Flexibilität steht. Ich bin gar kein Freund von Zeitplänen, die mir vorschreiben, wann ich was machen soll. Aber ich liebe es zu wissen, was ich alles heute erledigen will.

Zeit ist nicht schlecht. Wenn wir ein bisschen mehr Bewusstsein hineinbringen, denn sie darf nicht den ganzen Tag präsent sein und uns sagen was wir wann machen. Es muss immer genug Platz dafür sein, dass wir im Jetzt leben können. Dass wir präsent sind.

Sam Cadosch - Zeit, now, present - tea

Photo by Sabri Tuzcu on Unsplash

Und das funktioniert nur, wenn wir uns nicht von der Zeit unter Druck setzen lassen und ständig von einem Ereignis zum nächsten rennen.

Alles was der Seele gut tut ist nicht an Zeit gebunden. 

Ich habe hier schon einige Male darüber geschrieben, wie ich meine Ziele erreiche und wie ich meinen Tag plane. Der wichtigste Teil darin ist für mich aber, dass der Part „Seele“ erfüllt wurde. Mein Tagesplan ist immer in mindestens 3 Kategorien aufgeteilt – und eine davon heisst „Soul“. Da schreibe ich mir alles auf, was ich für meine Seele machen will. Und meistens ist das der grösste Teil meines Tagesinhalts. Folgende Dinge schreibe ich da auf:

  • Lesen
  • Ein Bad nehmen
  • Meditieren
  • Mich bewegen / Workout / Yoga / Spazieren – was auch immer gerade am meisten Freude macht.
  • Gesund und bewusst essen
  • Pause machen, wenn längere Zeit am Stück vor dem Computer sitze
  • etc.

Das waren jetzt einfach ein paar Beispiele. Je nach Lebenssituation ändern sich die verschiedenen Punkte natürlich.

Auf jeden Fall ist das etwas, was mir sehr geholfen hat, mein Leben leichter und schöner zu machen – und weniger fixiert auf Zeit und Ziele.

Was hat Zeit für dich für einen Stellenwert im täglichen Leben? 

Sam Cadosch - Zeit - pin


Damit du nie mehr einen Blogartikel verpasst, habe ich auf Telegram einen Channel eingerichtet, der dich immer sofort informiert, wenn’s was Neues zum lesen gibt 🤗 Es würde mich sehr freuen, wenn du auch dabei bist ❤! Hier geht’s zum Channel: Get inspired. 

Hier findest du mich & meine Gedanken bei Instagram.<3

& Hier bei YouTube. 🙂

Das könnte Dich auch interessieren...

14 Antworten

  1. ich finde ja schon den Titel total genial und der ist wohl absolut Programm 🙂
    es stimmt ja und das kennen wir schon aus der Kindheit: wenn man die Zeit um sich heraum vergisst, war es immer am schönsten!!! für mich sind deswegen Auszeiten auch sehr wichtig!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  2. Tanja L. sagt:

    Was ist denn Zeitverschwendung? Für mich ist das die Zeit, in der ich nicht tue was ich mag. „Rumgammeln“ ist für mich keine Zeitverschwendung. Papierkram erledigen schon. Auf der Arbeit hetze ich oft von Termin zu Termin. Da bin ich froh, wenn ich abends keine Pläne habe. Ich glaube auch, dass wir uns wieder von unseren durchgetakteten Tagesabläufen lösen sollten. Und die Zeit in netter Gesellschaft wieder mehr wertschätzen!

  3. Julia sagt:

    Ich plane auch gerne und bin jemand, der immer 10 Minuten früher bei einem Treffen ist. Aber ich plane mir eben nicht den ganzen Tag voll und nehm mir bewusst Zeit, wo ich nichts zu tun habe um selbst runterzukommen.

    Alles Liebe,
    Julia
    https://www.missfinnland.at

  4. Anja S. sagt:

    Bei mir ist meistens alles durchgeplant und ich hasse nichts mehr als Unpünktlichkeit. Ich bin jemand, der eher zu früh als zu spät kommt und sich immer einen genauen Zeitplan zurecht legt. Aber ich nehme mir auch Momente, in denen ich einfach nichts tue und mit einem Buch entspanne.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  5. Sandra sagt:

    Guten Abend.
    Das was man aus vollem Herzen tut, wird keine Zeitverschwendung sein. So sehe ich das.

    Toller Beitrag meine Liebe.

    Liebste Grüße,
    Sandra.

  6. Bea sagt:

    Ein ganz toller Beitrag, der zum Nachdenken anregt. Ja, man lässt sich da schnell mitreissen, in der schnelllebigen Zeit auch Gas zu geben. Aber das Innehalten, das Nachdenken und das Einfach-mal-Treiben-lassen! Das ist das wichtige. Da kommt die Kraft und die Inspiration her. Vielen Dank für den Erinnerungsschub.

    Lieben Gruß,
    Bea.

  7. Ina sagt:

    Ich ich habe kein Problem nichts zu tun, deshalb liebe ich auch lange Bahnfahrten. Feste Essenzeiten gibt bei uns eigentlich nicht,hier wird gegessen wenn man Hunger hat, meist aber zu bestimmten Zeiten. Das überpünktlich sein habe ich mir hier in Norwegen auch angewöhnt.

    LG aus Norwegen
    Ina

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.