Angst vor der Angst und allen Negativitäten

Neustart. Ich habe diesen ganzen Artikel eben schonmal geschrieben. Aber viel zu emotional. Kennst du das, wenn du handelst, wenn du emotional gerade auf einem anderen Planet lebst und dabei einfach nichts Sinnvolles rauskommt? Wie auch? Ja, genau so ging es mir vorhin auch. Ich habe diesen Blogartikel über Angst geschrieben, als ich Angst hatte. Und das ist ja eigentlich nichts falsches – Gefühle in Worte fassen, wenn sie da sind. Jedoch glaube ich nicht, dass diese Gedanken „echt“ waren. Ich glaube das war mal wieder der Kopf, der mir einen Streich gespielt hat. Oder das Ego, das irgendwas behauptete, was mich schwächte.

Angst - cover

Und genau deshalb fange ich hier nochmals an, denn dieses Thema ist extrem wichtig und ich glaube es ist der grösste Schwachpunkt meines Seins. Die Angst.

Angst vor dem Angst haben

Ich wusste gar nicht, dass ich so viel Angst habe. Vor was weiss ich alles. Also mir war nicht klar, dass das alles unter die Kategorie „Angst“ fällt. Aber ich habe sogar Angst vor dem Angst haben. Das klingt jetzt sehr bescheuert, ich weiss; deshalb will ich das hier kurz erklären:

Es gab eine lange Zeit in meinem Leben, in der ich mich intensiv mit Gedanken befasst habe. Dadurch habe ich gelernt, was Gedanken für einen riesigen Einfluss auf unser Leben haben. Und das ist grossartig! Also, dass ich das weiss und nutzen kann.

Mein Problem, das dabei jedoch entstanden ist: Die Angst vor negativen Gedanken.

Hoffentlich erklärt ihr mich nicht für verrückt, nach diesem Artikel hier… Aber ich muss das mal loswerden hier, weil…

  1. …vielleicht kennt jemand von euch dieses Gefühl auch.
  2. …weil ich meistens durch das Schreiben zu sehr sinnvollen Lösungen komme.
  3. …oder ihr zu sinnlosen Lösungen kommt und sie mir mitteilt. 🙈

Negativität und Angst

In meiner „Angsfangszeit der Persönlichkeitsentwicklung“ hatte ich fast ausschliesslich mit Menschen Kontakt, die sich auch mit diesen „Gesetzt der Anziehung“ und „die Macht der Gedanken“ Themen auseinandergesetzt haben. Und das war teilweise fast traumatisch, weil ich mich mit der Zeit nicht mehr getraut habe, negative Dinge zu sagen. Also ich meine hier nicht unnötige negative Dinge wie Beleidigungen oder über andere reden oder mich über das Wetter beschweren, sondern ganz andere Dinge.

Sam Cadosch - Angst T2

Ich habe mich nicht mehr getraut zu sagen, dass ich Kopfschmerzen habe, weil ich wusste, dass mein Umfeld dann wieder kommt und mir eintrichtert, dass ich selbst Schuld bin, weil die Schmerzen nur durch die Gedanken überhaupt kommen und sie nur schlimmer werden, weil ich daran denke und es auch noch ausspreche. Also habe ich mit der Zeit einfach nichts mehr gesagt, wenn etwas nicht gut war und fühlte mich doppelt so scheisse, wenn ich etwas Negatives dachte. Ich meine, wer hat denn keine negativen Gedanken?

Und irgendwie hat sich dann so ne Phobie entwickelt oder so. Ok, ich glaube langsam geht es echt zu weit hier 😂

Ich glaube ihr könnt euch langsam vorstellen, wie krass sich das entwickelt hat.

Vom einen in’s andere Extrem

Dieses „Positivity only“-Leben folgte damals direkt auf mein „Ich hasse mein Leben“-Leben. Es war also ein ziemlich krasser Schnitt in der Geschichte der Sam. Und damals dachte ich mir so „Yeah, endlich ist alles geil und positiv und cool“ etc.

Diese krasse Umstellung und all die neuen Eindrücke haben mir aber das Gefühl gegeben, dass ich an all dem Schlechten, das in meinem Leben vorher passiert ist, selbst Schuld bin. Dass das alles nur ein Resultat meines schlechten Mindsets war. Und aus Angst, dass das wieder passiert, habe ich angefangen alles zu unterdrücken, was negativ und blockierend war.

Und dieses Problem habe ich bis heute – und das ist mir erst HEUTE richtig bewusst geworden.

Ich habe zwar gerade erst vor ein paar Tagen mit einem Freund darüber geredet. Und ich wusste auch, dass die krasse Einstellung meines Umfelds nicht nur gut für mich war. Aber erst jetzt, während ich hier schreibe, fällt mir auf wie krass das eigentlich ist.

Was deine Angst dir sagen will!

Vielleicht hängt dieser „Geistesblitz“ auch mit dem Buch zusammen, das ich gerade vor Kurzem fertiggelesen habe. Es war das Buch von Andreas Winter – „Was deine Angst dir sagen will.“.

Ich habe dieses Buch bestellt, weil ich einfach dachte, dass es immer gut ist, seine Ängste aufzulösen, denn wir alle haben Ängste. Und durch dieses Buch habe ich erfahren, woher die Ängste kommen und wie viel Einfluss unsere Kindheit auf all das was heute ist hat.

Das Buch habe ich letzte Woche fertig gelesen und weggelegt mit dem Gedanken „Super! Ich habe viele neue Dinge über das Unterbewusstsein gelernt und kann jetzt vielleicht besser mit Angst umgehen, wenn ich wieder in so eine Situation komme, in der die Angst mich beherrschen will.“

Es gab da also keinen richtigen „Aha-Moment“, der mein Leben veränderte.

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Aber ich glaube, das ist gerade jetzt passiert. In diesem Moment. Ich habe mir das vorher nicht überlegt. Und ich habe auch nicht an das Buch gedacht, als ich hier angefangen habe zu schreiben. Aber gerade jetzt kommt es hoch.

Ich habe Angst, vor den Reaktionen von anderen Leuten, wenn ich darüber rede, wenn ich Zweifel habe oder etwas nicht so gut läuft!

Wow… ich habe irgendwie den Faden verloren und weiss gerade gar nicht mehr, wohin dieser Artikel hier führen soll. Ist das hier ein Lifeupdate? Ist es eine Lebenslektion, die ich gelernt habe und an euch weitergebe, weil ihr vielleicht Ähnliches erlebt habt? – Keine Ahnung. Soll ich das hier überhaupt wirklich veröffentlichen? Ich meine…ehrlicher geht’s nicht.

Vielleicht sollte ich das hier einfach so stehen lassen und euch selbst entscheiden lassen, was ihr damit anfangt oder eben nicht…

Blockaden kommen von Unterdrückung

Gerade eben habe ich nochmals meine Worte gelesen, die ich bis hierhin geschrieben habe. Und ehrlich gesagt finde ich das hier nicht mal so blöd. Denn genau solche Artikel hätte ich schon einige Male brauchen können, als ich einfach nicht wusste, was mein scheiss Problem ist. Egal um was es schlussendlich ging.

Manchmal muss man Geschichten von anderen Menschen hören oder lesen, um sich selbst darin zu finden.

Und wenn das hier nur einem von euch ein bisschen was gebracht hat, hat es sich mehr als nur gelohnt, es zu veröffentlichen.

Ich denke wir haben alle irgendwo diese Blockaden. Von manchen wissen wir gar nichts. Oder Schmerzkörper. Ja, das ist der richtige Begriff. Wir haben alle diesen Schmerzkörper in uns, der manchmal lange Zeit schläft und uns überhaupt nicht stört. Wir bemerken ihn nicht. Bis er aufwacht, weil jemand aus Versehen (oder auch absichtlich) auf den Auslöser drückt. Dann ist er wieder da.

Ein paar Tage – oder sogar ein paar Minuten – später schläft er wieder ein und wir vergessen ihn wieder. Dieses Spiel wiederholt sich ständig und ich denke die meisten von uns wissen gar nicht, dass dieser Schmerzkörper der Auslöser für so vieles ist, für das wir immer allem anderen die Schuld geben.

Kennst du deinen Schmerzkörper? Und wie gehst du mit ihm um? 

Sam Cadosch - Angst - sign

Photo by Austin Chan on Unsplash

 

 


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17 Antworten

  1. Sabana sagt:

    Ein wunderschöner Artikel.
    Angst hat jeder Mensch, jedes Lebewesen. Wenn wir uns das Bewusst machen, dann lernen wir auch mit unserer eigenen Angst besser umzugehen.
    LG Sabana

  2. wieder ein sehr informativer und aufschlussreicher beitrag liebe Sam!
    vor alem, das Unterdrückung zu Angst führt, würde ich genauso unterschreiben!

    ich denke, manchmal muss man sich der Angst stellen oder sie zumindest einfach akzeptieren …

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

  3. Noah sagt:

    Angst ist ein furchtbares und dennoch zugleich Sinnvolles Gefühl…doch manchmal meint es die Angst zu gut mit einem…..
    Kenne ich leider öfter…
    Interessanter Beitrag!

    Grüßeee,
    Noah von http://noahjoels.com/

  4. Ina sagt:

    Wieder ein sehr interessanter Artikel von dir. Vieles kommt mir bekannt vor. Eigentlich ist es ja eine sehr sinnvolle Einrichtung, wir müssen eben nur lernen sie richtig zu deuten und manchmal einfach zu lassen.

    LG aus Norwegen
    Ina

  5. Das war sehr interessant zu lesen! Eingies davon kenne ich auch. Ich finde es toll, dass du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt und mag es wie du daraus einen Beitrag machst, der anderen weiterhilft.

    Liebe Grüße,
    Diana von http://www.ineedsunshine.de

  6. Sigrid Braun sagt:

    Angst, ein Gefühl das zum Leben gehört wie das Salz in der Suppe. Sehr interessanter Beitrag.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  7. Avaganza sagt:

    Liebe Sam,

    ja, das Thema mit der Angst kenne ich auch gut und auch die gezwungene Positivität ist manchmal für mich ein Problem. Das Leben hat viele Facetten und ich versuche nichts davon zu unterdrücken. Ich glaube es ist auch wichtig sich selbst mit allen Gefühlen anzunehmen.

    Liebe Grüße
    Verena

  8. Sabrina sagt:

    Angst haben ist nicht schön, manchmal aber auch nicht unbedingt schlecht.
    Ein toller interessanter Beitrag.
    Liebe Grüße Sabrina

  9. Linni sagt:

    Hallöchen
    Ich finde es sehr mutig von dir über so ein intimes, aber wichtiges Thema zu sprechen. Meistens wird ja nur noch das Gute dargestellt und alles soll nach außen hin perfekt scheinen.
    Danke für den Beitrag

    Liebst Linni

    • Sam Cadosch sagt:

      Danke, Linni! Ja, und genau das will ich nicht – es gibt schon genug „Perfektheit“ in der Onlinewelt, die eigentlich gar nicht so perfekt ist.

  10. Derya sagt:

    Angst ist ein lebensnotwendiges Gefühl und kann soviele Gedanken auslösen. Warum sollten diese Gedanken nicht genauso beachtet werden wie die positiven? Ich gehe ja in der Erziehung eines Kindes auch nicht hin und sage einfach: „deine Angst vor z.B. Monstern hat keine Daseins-Berechtigung“. Warum also als Erwachsener Mensch mit mir selber so umgehen? Ich finde in dem ganzen Positiv Denken usw. muss man sich für alle Facetten die einen Begleiten einen Raum geben. Man ist Erwachsen und kann sich um Ängste die viell. aus der Kindheit heraus entstanden sind behutsam kümmern. Ist das nicht etwas wofür man dankbar sein kann?☺️😍🙌🏻

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