Sammy C - 4.5 Jahre alt
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Warum ich erst 4.5 Jahre alt bin

Nein, ich habe nicht am 29. Februar Geburtstag und bin deshalb erst 4.5 Jahre alt.

Gestern, als ich spazieren ging, habe ich mich gefragt, wann dieses Leben eigentlich begonnen hat. Logisch und objektiv betrachtet kann da ein ganz genaues Datum genannt werden: Der 22. Juni 1996.

Für mich hat mein Leben aber erst im November 2014 angefangen. Im November 2014 kam ich endlich zu Kräften und habe angefangen für mich selbst einzustehen und zu kämpfen.

Dass ich erst 2014 „angefangen habe zu leben“, bedeutet nicht, dass davor alles komplett scheisse war. Ich habe natürlich auch da schöne Dinge erlebt und auch die Zeit vor 2014 ist sehr wichtig, denn ohne sie wäre ich heute nicht der Mensch, der ich bin.

Fremdbestimmtes Leben

Die grösste Zeit meines Lebens habe ich ein fremdbestimmtes Leben gelebt. Und ja, mir ist bewusst, dass das normal ist, wenn man noch ein Kind bzw. Jugendlicher ist. Es war aber nicht diese normale Fremdbestimmung, die ich damals erlebt habe.

Für mich fühlte es sich fast schon militärisch an. Ich bin mit einer sehr strengen Erziehung mit vielen Regeln und enormen Erwartungen aufgewachsen. Auch ich habe natürlich Grenzen ausgetestet und geschaut, was machbar ist. Viel war jedoch nicht machbar. Die Strafen folgten schnell, und die liessen mich wirklich darüber nachdenken, ob sich das alles jetzt gelohnt hat für einen Monat Hausarrest.

Heute bin ich sehr dankbar für diese Erziehung. Am meisten dankbar bin ich aber mir selbst, weil ich daraus etwas gemacht habe. Weil ich es als Antrieb nutzen konnte, um meinen Weg so lange zu verfolgen, bis ich da bin, wo ich hin will.

So positiv konnte ich das alles jedoch nicht immer sehen. Eine lange Zeit meines Lebens hatte ich aufgegeben. Ich hatte die Einstellung, dass eh alles nichts bringt. Egal wie gut ich sein werde, es wird nie gut genug sein. Egal wie sehr ich gehorche, es wird neue, strengere Regeln geben. Egal wie sehr ich bemühe, es wird niemand anerkennen. Und so habe ich dann ziemlich früh aufgehört irgendwas zu machen. Meine Noten fielen von seht gut auf Durchschnitt und ich wurde zum Aussenseiter. Nicht wegen den Noten, sondern weil ich diesen Druck nicht mehr aushielt. In dieser Zeit damals hätte ich sehr dringend Menschen gebraucht, die mir einfach nur mal zugehört hätten. Die Schulzeit ist glaube ich für kein Kind richtig angenehm heutzutage. Mobbing ist ein riesengrosses Thema und fast schon an der Tagesordnung. So ging’s auch mir damals. Erpressung, Schläge und Ausschimpfungen erwarteten mich monatelang auf dem Schulweg und auf dem Schulplatz.

Sammy C lonely

Bis es eines Tages aufgehört hat. Eines Tages, als ich mich all den Leuten gestellt habe und zurückgeschlagen habe, statt unterzutauchen.

Ab da wusste ich, dass ich nicht vorwärts komme, wenn ich Leuten gehorche und mich unterwerfe. Kämpfen ist angesagt, sonst wird dir immer irgendwer dein Leben vorschreiben. Das war in der 5. Klasse, als ich 11 Jahre alt war.

Nur noch das Nötigste

Von da an habe ich nur noch das Nötigste gemacht, damit ich mit einem Schulabschluss davonkomme. In dieser Zeit und auch danach, als ich Ausbildungen angefangen und wieder abgebrochen habe, habe ich sehr viel darüber gelernt, was in der heutigen Welt abgeht. Wie das alles läuft.

Schlussendlich wird irgendwie alles über Angst gesteuert.

  • Ohne Schulabschluss bekommst du keinen Job.
  • Ohne gute Ausbildung wirst du für immer einem schlecht bezahlten Job nachgehen.
  • Ohne Geld kannst du deine Rechnungen nicht bezahlen und landest auf der Strasse.
  • Wenn du einmal in den Kreislauf kommst, wo du kein Geld mehr hast, kommst du da nur schwer wieder raus.
  • Dein eigenes Business starten? Würde ich nicht machen. Das ist nicht sicher. Was machst du wenn’s nicht funktioniert? Dann kannst du nicht einfach wieder in deinen sicheren Job zurückkehren.
  • Auswandern oder auf Weltreise gehen? Spinnst du?! Weisst du was dir da auf dem Weg alles passieren kann? Und was machst du, wenn du wieder zurückkommst? Dann hast du hier nichts mehr!

Diese Liste könnte ich noch unendlich weiterführen.

Erst während dem Schreiben hier, habe ich gemerkt, was es tatsächlich ist, was mich vor 4.5 Jahren frei liess: Es war die Angst. Die „Gesellschaftsangst“.

Natürlich habe ich heute immer noch Angst. Vor so vielen Dingen. Aber nicht mehr vor diesen normalen Dingen, vor denen gefühlt 90% der Gesellschaft Angst haben.

Sammy C - Tagebuch - voer

Dankbar für alles davor

Das hier erzähle ich nicht, um aufzuzeigen, wie schlimm meine Kindheit war. Es ist nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem Leben damals, der in mir das Feuer entzündet hat, um Gas zu geben und meine Ziele zu verfolgen.

Dieser Beitrag soll auch nicht gegen meine Eltern oder deren Erziehung feuern. Ich bin mir sicher, dass alle Eltern irgendwie ihr Bestes geben. Vielleicht würden sie heute einiges anders machen. Vielleicht auch nicht. Was ich auf jeden Fall gelernt habe, ist, dass es nichts bringt, andere für sein Pech verantwortlich zu machen. Schlussendlich bin ich wirklich sehr froh darüber, dass alles so lief, wie es eben lief. Ich habe dadurch extrem viel über mich selbst und andere Menschen gelernt.

Es ist deine Entscheidung, was du daraus machst

Wir alle erleben gewisse Dinge im Leben. Auf den ersten Blick erscheinen gewisse Erfahrungen vielleicht nicht unbedingt positiv und verletzen uns. Schlussendlich liegt es aber immer an uns selbst, was wir daraus machen. Auch die schlimmste Erfahrung im Leben hat das Potential, dein Leben enorm in eine gute Richtung zu pushen.

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