In der heutigen Welt ist so vieles einfach immer selbstverständlich. Menschen, Dinge, Orte, Essen – ich könnte hier noch ewig weiter aufzählen.

Keine Ahnung, ob das schon immer so war oder erst in diesem Zeitalter so wurde. Auf jeden Fall habe ich mir in letzte Zeit wieder extrem Gedanken darüber gemacht. Die Intension dazu kommt wahrscheinlich vom fasten. Ja, ich hab‘ mich wieder gewagt, einige Tage nicht zu essen und nur Wasser und Tee zu mir zu nehmen. Wenn ihr das hier liest ist es schon der 4. Tag und somit der zweitletzte.

Bei mir hat fasten immer eine unglaubliche Wirkung, die mein Bewusstsein extrem erweitert. Mir kommen Gedanken, die sonst nicht kommen würden. Und es sind mehrheitlich positive Gedanken! Oder einfach Gedanken, die mich im Leben weiterbringen. ❤

Das konnte ich mir nicht vorstellen, als ich noch nie gefastet habe. Ich dachte mir damals ehrlich gesagt, dass es schwer sein wird, die gute Laune zu behalten, wegen dem „Nahrungsentzug“. Bei mir ist jedoch das Gegenteil der Fall und viele andere Leute, die auch schon gefastet haben, berichten das gleiche.

So, und jetzt mal zum Punkt ?

Essen haben wir genug!

Ja, das stimmt zum Glück. Hier, wo wir leben, haben wir zum Glück keinen Mangel an Nahrungsmitteln. Und dafür können wir von Herzen dankbar sein.

Aber sind wir das auch?

Ich nicht immer. Ganz ehrlich.

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Photo by Megan Hodges on Unsplash

Jedes mal, wenn ich wieder gefastet habe, merke ich wieder, wie dankbar ich für das Essen bin, das ich habe. Oder, wenn ich auf Reisen war und mich nicht ganz so gesund ernährt habe, wie ich das gerne hätte – auch dann bin ich wieder unglaublich dankbar für das Essen, das ich dann zuhause wieder zubereiten darf.

Aber sonst, in der Zeit, in der ich weder auf Reisen noch am fasten war, wird das Essen irgendwann selbstverständlich. Es ist ja sowieso da und ich kann jeden Tag so viel reinhauen, wie’s mir passt.

Und genau jetzt in dieser Zeit, finde ich das extrem traurig. Wieso werden solche Sachen selbstverständlich? Und wieso muss man sich erstmal davon entfernen, um es wieder zu schätzen oder es überhaupt wieder zu sehen?

Irgendwie finde ich das Ganze schon krank… Es passiert einfach so vieles einfach so unbewusst, dass es einfach selbstverständlich wird.

Dinge, sind selbstverständlich

Ja, auch für mich waren materielle Dinge irgendwie selbstverständlich, wenn ich sie eine Weile lang besass. Irgendwann waren sie nicht mehr so toll wie am Anfang und ich habe sie nicht mehr wirklich geschätzt.

Und ich glaube, auch dieses Gefühl kennen die meisten von uns.

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Photo by Jazmin Quaynor on Unsplash

Es ist irgendwie auch normal, viele Dinge zu besitzen. Aber wieso eigentlich?

Ich habe irgendwann vor ca. 2 Wochen auf einmal alles aufgeräumt. Habe viele Dinge weggeworfen, die ich nicht mehr brauche und vieles in einen Second Hand Shop gebracht. Darunter auch einen Grossteil meiner Kleider. Schlussendlich brauchen wir doch eh immer nur etwa die gleichen paar Dinge, oder nicht? Wieso sollte man also all die anderen Dinge behalten?

Ich weiss nicht genau, wie es passiert ist, aber irgendwann fühlte ich mich „bedrängt“ von all den Dingen, die ich eigentlich gar nicht brauche.

Und so habe ich dann angefangen mich von ihnen zu trennen. Und ihr glaubt nicht wie gut sich das anfühlt!

Ausserdem bin ich letzte Woche auch das erste mal nur mit Rucksack gereist. Ohne Koffer. Es ging nach Amsterdam für 4 Tage. Sonst, wenn ich für ein paar Tage verreist bin, habe ich immer einen ganzen Koffer mitgenommen mit allen möglichen Dingen drin. Aber auch das brauchte ich niemals alles. Es war also eine sehr interessante Erfahrung, mal nur mit den Dingen zu verreisen, die wirklich nötig sind. 🙂

Seit ich nicht mehr so viele Dinge besitze, bin ich umso dankbarer für die Dinge, die ich habe. Denn diese Dinge, brauche* ich auch tatsächlich immer wieder. Sie sind nicht nur da, um einen Platz auszufüllen und das finde ich ein extrem schönes Gefühl 🙂 Die Dinge sind jetzt nicht mehr selbstverständlich.

*und mit „brauchen“ meine ich nicht, dass sie lebenswichtig sind. Das sind nämlich die wenigsten Dinge, die wir haben. Mir fällt ehrlich gesagt gerade kein „Ding“ ein, das wir wirklich BRAUCHEN. Mit „brauchen“ meine ich hier einfach, dass sie meinen Alltag schöner und einfacher machen und mir einiges überhaupt erst ermöglichen, was ohne nicht möglich wäre.

Menschen sind selbstverständlich

Und hier kommen wir zu dem Punkt, der mich am meisten beschäftigt. Schon immer eigentlich.

Menschen sind selbstverständlich.

Wie zur Hölle, kann sowas passieren? Ich habe das noch nie verstanden. Und ich kann mich an keinen Moment in meinem Leben erinnern, in dem ich einen Menschen als selbstverständlich gesehen habe.

Sam Cadosch - selbstverständlich, Menschen

Photo by Josh Adamski on Unsplash

Aber ich habe immer wieder erfahren, wie es ist, wenn man als selbstverständlich angesehen wird. Und das ist ein echt schreckliches Gefühl. Ich meine, muss man ernsthaft eins auf cool und eiskalt machen, um wieder geschätzt zu werden?

Ich habe mich auch schon mit anderen Menschen darüber ausgetauscht. Dabei ging’s meistens um Beziehungen zwischen Mann und Frau. Und meistens war’s der Mann, der gesagt hat „Ja, es stimmt, dass meine Frau für mich selbstverständlich wird. Immer wieder. Ich oder sie muss mich wieder daran erinnern, was für eine tolle Frau sie eigentlich ist, damit ich sie wieder wertschätze.“

What. The. Fuck? 

Und das hier soll übrigens nicht heissen, dass nur Männer so sind und nur Männer ihre Frauen als selbstverständlich sehen. Es ist bestimmt umgekehrt auch so.

Naja, ich kann das irgendwie nicht verstehen. Wieso ist es in der heutigen Welt so, dass man sich ständig wieder auf’s Neue beweisen muss, um einander nicht als selbstverständlich zu sehen? Und wieso muss man erst verzichten, um zu merken, was man eigentlich hatte? Wieso können wir uns nicht einfach immer bewusst bleiben, was wir haben und dafür dankbar sein?

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Think about that

Und wieder ein Artikel, der viel tiefgründiger und nachdenklicher wurde, als ich es eigentlich geplant habe ? Aber naja… manchmal müssen Gedanken eben aus der Seele geschrieben werden.

Ausserdem hoffe ich, dass ich mit diesem Artikel hier wieder ein bisschen mehr Bewusstsein zurückbringe, denn nichts im Leben ist selbstverständlich.

Wie siehst du dieses Thema? Lass‘ es mich in den Kommentaren wissen. ❤


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