Leben – Wieso ich diesen Weg eingeschlagen habe

So oft erzähle ich anderen Leuten, wieso ich diesen Weg eingeschlagen habe im Leben. Und hier habe ich es auch mal kurz angeschnitten. Aber noch nie habe ich wirklich erzählt, wieso genau ich so lebe, wie ich eben lebe.

Es begann schon früh

Ich war damals knapp 12 Jahre alt, als ich mich entschieden habe, dass ich ein anderes Leben leben werde, als das, was für mich „vorgesehen“ war. Ich wusste damals, dass ich einfach nicht dafür gemacht bin, diesen „normalen“ Weg zu gehen. Und so entschied ich mich, alles daran zu setzen, mein Leben so zu leben, wie ich es mir vorstellte.

Damals war ich in der 6. Klasse und hatte einige Herausforderungen im Leben. Es sind Dinge passiert, die meine Sicht auf die Welt verändert haben. Zum Glück. Natürlich war ich zu dem Zeitpunkt nicht sehr glücklich mit der Situation – heute bin ich jedoch sehr dankbar für alles Schlechte und alles Gute was in der Vergangenheit passiert ist. Denn schlussendlich sind es die Situationen, die uns am meisten zum Nachdenken bringen, die unser Leben verändern. Und nur wer in einer unvorteilhaften Situation steckt ändert auch tatsächlich was daran.

Wieso solltest du die Position auf dem Sofa ändern, wenn’s bequem ist? Du änderst sie nur, wenn sie schon genug lange unbequem war. 

Und genau so ist’s auch im Leben.

Die Entscheidung

Meine konkrete Entscheidung bestand darin, dass ich nicht auf die höchsten Schulen gehen will, um nachher die besten Aus- und Weiterbildungen zu machen, damit ich danach einen hochangesehen Job bekomme und so viel Geld verdiene, das ich für mich und meine Familie ausgeben kann, um danach weiterzuarbeiten bis zur Pension und dann anzufangen zu leben.

Ich habe nie verstanden, wieso ich geboren sein soll, um Ausbildungen zu machen und danach mein Leben lang zu arbeiten. Wieso sollte mir jemand mein Leben lang sagen können, wann ich am Morgen aufstehen muss und wann ich mal in Urlaub fahren darf, um mich zu erholen und ein bisschen was von der Welt zu sehen. Das passte nicht in mein Leben.

Und so entschied ich mich dafür, die Welt zu sehen, selbst über meine Zeit zu bestimmen und mir selbst auszusuchen, mit welchen Menschen ich am meisten Zeit am Tag verbringe.

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Ein Leben ohne Urlaub davon zu brauchen

„Morgen ist schon wieder Montag.“, „Wann ist endlich Wochenende?“, „Ich brauche dringend Urlaub.“ – Wir alle haben schon oft Sätze wie diese gehört. Und alle finden’s irgendwie lustig, dass Montag – Freitag eigentlich Tage sind, die sie lieber anders verbringen wollen.

In meiner Zeit, als ich angestellt war, dachte ich mir wirklich für einen Moment, dass es normal ist, sein Leben so zu leben und dass es gar nicht so schlimm ist. Nicht weil ich Spass hatte, an dem was ich damals tat, sondern weil es eh allen so ging. Alle beschwerten sich immer über zu wenig Freizeit und zu viel Arbeit. Zu wenig Urlaubstage und zu viele Überstunden. Und trotzdem fanden sie es anscheinend ganz ok so.

Dann habe ich angefangen wirklich darüber nachzudenken, was sich die Menschen da antun, wenn sie nicht lieben, was sie tun. Wenn sie einfach nur immer von Wochenende zu Wochenende leben.

Versteht mich nicht falsch. Ich spreche hier keinesfalls jemanden an, der wirklich die meiste Zeit im Jahr gerne aufsteht und seinem Traumjob nachgeht. Der am Abend dann glücklich in’s Bett fällt und sich auf den neuen Tag freut, weil ihm die Arbeit solchen Spass macht. Ich bin auch nicht der Meinung, dass es falsch ist, einen Job zu haben und Montag bis Freitag zu arbeiten. Es gibt Leute, die genau das im Leben brauchen und die genau so glücklich sind.

Ich rede von all den Leuten, die einfach denken es muss so sein, weil es alle so machen. Die Leute, die es Sam Cadosch - Leben, Grund für mein Leben, anders leben, anderes Leben, nachdenken, Zukunft - old maneinfach hinnehmen und eigentlich am Sonntagmittag schon schlechte Laune haben, weil bald schon wieder Montag ist. Ist es nicht krank, so ein Leben zu führen? Ich glaube uns ist meistens einfach zu wenig bewusst, dass wir wirklich nur EIN Leben haben und kein zweites. Dass wir JETZT leben müssen, weil es kein später gibt. Und von mir aus kann man erst mit 70 anfangen zu leben, aber wer sagt, dass du überhaupt so alt wirst? Vielleicht ist morgen dein letzter Tag. Oder nächste Woche. Vielleicht wirst du 7o. Oder sogar 100. Das weiss niemand. Auch du nicht. Und genau das wurde mir damals bewusst.

Als ich mir das wirklich bewusst gemacht habe, war jede Minute die grösste Verschwendung, wenn ich sie nicht so verbringen konnte, wie ich wollte. Wenn ich aufgestanden bin, ohne was machen zu können was mich erfüllt.

Es machte mich traurig, dass so viele Menschen immer wieder sagen „Eigentlich will ich nicht so leben, aber man muss halt…“.

Grenzen im Kopf

In der heutigen Welt wird so oft mit unserer Angst gespielt. Niemand würde was tun, das er nicht will, wenn er keine Angst hätte.

Dass wir nur diese eine Wahl haben ist eine Grenze in unserem Kopf, die uns dahin gesetzt wurde von unserem Umfeld. Und nur wenn wir uns mal mit diesen selbstverständlichen Grenzen beschäftigen, können wir darüber hinauswachsen und eigene Grenzen setzen.

Für diese Erkenntnis bin ich sehr dankbar. Denn ohne sie wäre ich heute nicht da, wo ich heute bin.

Nein, es ist nicht einfach

Zumindest war es das für mich nicht. Als ich damals meinen Job gekündigt habe, um mein Leben so zu leben, wie ich es will.

Und ich habe auch nicht einfach von heute auf morgen entschieden, dass ich diesen Job an den Nagel hängen werde. Ich habe 2 Jahre davor angefangen, mir etwas aufzubauen. Habe meine Freizeit am Abend und an den Wochenenden investiert, um mir mein eigenes online Business aufzubauen, damit ich dann bald davon leben kann. Und erst, als ich dann damit schon was verdient habe und mir mein Gefühl dann gesagt hat, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, habe ich den Schritt gemacht.

Ich will hier niemanden ermutigen irgendwelche waghalsigen Entscheidungen einfach so zu treffen. Das Ganze muss überlegt sein. Und vor allem, wenn es um eine Entscheidung wie diese geht, muss vorher schon was aufgebaut werden, mit dem es danach weitergehen kann.

Für mich war das überhaupt nicht einfach. Und auch jetzt gibt es manchmal noch Tage, an denen das Ganze nicht wirklich einfach ist. Trotzdem bereue ich keine Sekunde. Denn die ganze Zeit, die ich seit da für mich und mein Leben investieren konnte war es wert. 🙂

Meine Philosophie im Leben

Warum ich euch das Ganze hier überhaupt erzähle hat einen Grund. Denn vielleicht kann der ein oder andere daraus was für sein Leben mitnehmen.

Meine Philosophie im Leben besteht darin, das beste aus seinen Tagen auf dieser Erde hier zu machen. Zu wachsen und die beste Version seiner Selbst zu sein so oft es geht. Im Leben geht es nicht um Zahlen oder Fakten. Es geht um Emotionen, Gefühle und Erlebnisse. Um Lektionen, Fehler und all die schönen Momente. Wir sollten es uns Wert sein, das Beste aus diesem Leben zu machen. Denn wir haben kein zweites.

Und ob für dich „Das Richtige“ ein Job ist oder nicht ist egal. Ob es Kinder sind oder doch keine. Ob es eine Weltreise geben wird oder du doch lieber ein Zuhause hast, wo du bleibt. Hauptsache DU machst das beste aus DEINEM Leben.

 

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18 Antworten

  1. Sigrid Braun sagt:

    Das ist wirklich ein ganz toller Blogpost. Ich kann dir nur bei jedem Wort, dass du schreibst zustimmen. Das Leben ist zu kurz und die Zeit zu schade um sie für Dinge zu verschwenden, die man gar nicht tun will.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  2. Andrina sagt:

    Wow, sehr mitreißend und nachvollziehbar geschrieben! Ich bin in vielen Punkten voll und ganz deiner Meinung.

    Liebe Grüße
    Andrina

  3. Toller Beitrag 🙂 Ich lebe nach dem Motto: ‚Man kann andere nicht ändern. Man kann nur sich selbst ändern!‘ Und genau so ist es. Wenn man unzufrieden ist, egal ob im Job oder privat, der muss selbst etwas ändern und den Hintern hochbekommen.

    Toll, dass du an deinem Ziel festgehalten hast und ‚ausgebrochen‘ bist 🙂 Ich finde das sehr mutig wenn man nicht mit dem Strom schwimmt…weil es eben jeder macht!

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    • Sam Cadosch sagt:

      Danke für deine Worte, Nadine! 🙂
      Diese ms Motto verfolge ich ebenso – wir sind selbst für unser Leben verantwortlich 🙂

      Danke! Sehe ich auch so 🙂

  4. Simone sagt:

    So einen Beitrag wie den Deinen, braucht es bei mir ab und an. Nicht, dass ich jetzt unglücklich wäre, aber man ist eben doch oft im Alltag „gefangen“. Ich handle oft automatisch und routiniert und schiebe eigene Wünsche vor mir her. Dein Beitrag erinnert mich daran, mir wieder klar vor Augen zu halten, was ich selbst eigentlich will und mir vom Leben erwarte. Ich gehe die ersten Schritte in die richtige Richtung.. wenngleich noch nicht richtig konsequent. Ich schaue einfach öfters bei dir vorbei, um mich zu motivieren, ok ?
    Grüssle, Simone

    • Sam Cadosch sagt:

      Das freut mich sehr, Simone! Dass ich dich motivieren kann mit meinem Worten 🙂 und JA! Komm‘ jederzeit wieder vorbei <3

  5. Sven sagt:

    Ein Blog Post, der genau das anspricht was so viele Menschen beschäftigt. Die Frage nach dem „Warum mache ich Dinge im Leben, die ich eigentlich so nicht möchte!“ ist so aktuell und in vielen Köpfen. Du hast nur ein Leben und als solches solltest Du es auch leben und führen. Warum immer nur die Wünche der anderen erfüllen – z.B. in Form eines Chefs…? Warum nicht das eigene Leben so gestalten, dass es die Erinnerung schafft, an die Du dich am Ende des Lebens erinnern kannst. Am Sterbebett zählen keine materiellen Werte mehr, sondern die Erinnerungen an unser gelebtes Leben.
    Ein super Artikel, Sam. Freu mich auf mehr…
    Liebe Grüße, Sven

  6. Kristina sagt:

    Interessanter Artikel. Als Chef damals meine Lehre bei der Bank angefangen hatte, dachte ich dass ich diesen Job bis in die Ewigkeiten ausüben würde. Er war sicher und machte mir Spaß. Doch Zeiten ändern sich. Undd nach 11 Jahren habe ich gekündigt. Bin mit meinem Mann in eine andere Stadt gezogen und habe es nie bereut. Jetzt mache ich das was mit Spaß macht und habe genug Freizeit für mich.

    LG
    Kristina

  7. Danke für diesen Beitrag. Auch ich habe schon so viel über dieses Thema nachgedacht und mich damit beschäftigt.
    Ich bin dabei, mich in kleinen Schritten aus dem Sicherheitskorsett heraus zu schälen, das die große Mehrheit meiner, noch analogen Generation noch mit der Muttermilch eingesaugt bekam.
    Und wenn auch die „große“ Freiheit aufgrund von Verantwortung, Sicherheitsdenken etc. Nicht möglich ist, so gibt es im Alltag auch immer wieder Möglichkeiten und Übungsmöglichkeiten 😉, Freiheit zu leben. Herzlich

  8. Diana sagt:

    Ganz ganz tolle, wahre Worte! Ich muss gestehen, dass ich mich komplett in deinem Beitrag wiederfinde – ich lebe zurzeit von Wochenende zu Wochenende, von morgens bis Feierabend, von Urlaub bis Feiertagsfrei. Mein Job macht mir Spaß, nach der Elternzeit aber wieder so ein Arbeitsleben zu haben ist nicht so einfach wie ich immer dachte. Und ja, es ist super frustrierend, dass ich derzeit tatsächlich keine Wahl habe.
    Ein Online Business aufzubauen ist gerade auch mein Plan – bloß habe ich das Gefühl, dass irgendetwas dafür fehlt. Ich bekomme einfach nicht so recht die Kurve.

    • Sam Cadosch sagt:

      Vielen Dank für deine ehrlichen Worte! Finde ich toll, dass du deine Situation erkannt hast.
      Es geht nur darum zu erkennen, was dich glücklich macht. Wenn du das weisst, kannst du danach handelb 🙂 Und KEIN Ziel ist zu gross 😊

      Betreffend online Business kann ich dir helfen, wenn du willst. Schreib‘ mir einfach eine Nachricht ☀️

  9. Avaganza sagt:

    Liebe Sam,

    also mir geht dieses kollektive Gejammere auf FB , Instagram & Co „Wann ist endlich WE?“ … „noch 3 Tage“ … „schon wieder MO!“ richtig auf den Geist. Ich verstehe nicht wie man von WE zu WE leben kann und sich so wertvolle Zeit wegnimmt. Echt traurig … aber wie du schreibst, es spielt sich einfach alles im Kopf ab 😉 …

    Sonnige Grüße
    Verena

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