Bleib du selbst, denn alle andere gibt es schon

Ist dir schon mal aufgefallen, dass wir immer wieder versuchen uns zu verstellen und so zu sein, wie wir gar nicht sind? Einfach weil wir denken, dass wir sonst nicht akzeptiert werden?

Zeitschriften, Plakate, Umfeld

Überall sehen wir sie. Die Models, Trendsetter und die mit ihrem perfekten Lifestyle. Und schon fühlen wir uns schlecht. Auf einmal denken wir, dass wir jetzt nicht mehr gut sind, so wie wir sind.

Ich habe gestern auf Facebook ein Bild gesehen, auf dem stand: „Drei von vier Frauen fühlen sich schon nach kurzer Zeit depressiv, wenn sie in Mode Magazinen blättern.“. – Keine Ahnung, ob es wirklich drei von vier Frauen sind. Aber auf jeden Fall kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es viele sind.

Ich selbst blättere nie in Mode Magazinen. Weil es mich einfach nicht interessiert.

Trotzdem hatte ich früher auch immer extreme Probleme mit diesen komischen Idealen, die wir immer überall in den Kopf gepresst bekommen.

Ich passe mich einfach an

Dass ich kein Fan von riesiger Aufmerksamkeit unter vielen Leuten bin, hat der ein oder andere Leser vielleicht schon erraten. Ich halte mich lieber zurück, wenn’s um oberflächliches Gerede oder ähnliches geht. Heute ist es mir aber nicht mehr so wichtig, was jetzt wohl all die Leute denken, die an mir vorbei laufen oder im selben Raum sind wie ich.

Früher aber war es mein Hauptziel so zu sein wie die anderen. Ich wollte unbedingt dazugehören. Wollte dann auch den gleichen Style wie die oder die gleichen Hobbies. Auch wenn die eigentlich gar keinen Spass machten. Das ist aber schon ne lange Zeit her. Bestimmt 7 – 10 Jahre. Danach kam die Zeit, in der ich mich auf mich selbst fokussieren musste und den meisten Menschen aus dem Weg ging, weil irgendwie nichts so richtig in mein Leben passte. Meine Phase eben, in der ich mich entschied ein anderes Leben zu leben etc. Die Geschichte kennen wir ja mittlerweile. Und wenn nicht, hier kannst du sie nachlesen: Mein Leben – Wieso ich diesen Weg eingeschlagen habe.

Aber jetzt wieder zurück in die Zeit, in der ich mich einfach immer angepasst habe, um akzeptiert und gemocht zu werden… Ist es nicht krank, dass man sowas macht? Ich meine, wenn’s nur bei mir so gewesen wäre, ok. Aber leider sind heute die meisten Leute so verunsichert und haben ein komisches Selbstbild, weil die „Ideale“ einfach so laut aus allen Ecken schreien.

Sam Cadosch - Du selbst, bleiben - book

Was kann ich denn eigentlich?

Weisst du eigentlich, was du alles kannst? Was sind deine Stärken? Wer bist du?

Das sind Fragen, die ich mir erst vor wenigen Jahren beantworten konnte. Ich habe mich gar nie damit beschäftigt vorher. Ausser wenn ich irgendwelche Vorstellungsgespräche hatte. Dann habe ich irgendwelche Stärken gesucht oder erfunden, die eben zu dem Beruf passen.

Lustig, nicht? Schon wieder eine Idealvorstellung, der entsprochen werden musste. Und lustig auch, dass ich mit meinem wahren Gesicht und meinen wahren Stärken da gar nicht reinpassen würde. Ich meine stellt euch mal vor, wie das aussehen würde…

„Guten Tag Frau Cadosch. Stellen Sie sich bitte kurz vor und erzählen Sie uns, welche Stärken Sie für unsere Firma mitbringen und was Sie von dieser Stelle erwarten.“

„Hi, ich bin Sam. 21 Jahre alt. Ich liebe es zu schreiben. Die Natur, gleichgesinnte Menschen um mich haben und gesundes Essen sind mir wichtig. Ich bin kreativ, organisiert, liebe die Fotografie und das Reisen. Von meinem Leben erwarte ich eine ganze Menge. Und kein Job der Welt kann das erfüllen. Ausserdem möchte ich jeden Tag selbst entscheiden können, was ich tu‘ und lasse und niemand soll mir sagen, wie viel Geld ich verdiene und wann ich morgens aufstehen muss.“

Witzig, das mal so zu sehen 🙂

Bleib du selbst

Kennst du das, wenn du mit deinem Partner/deiner Partnerin oder einem sehr guten Freund unterwegs bist, und du einfach du selbst sein kannst? Du musst dich nicht verstellen, um akzeptiert zu werden.

So sollte die meiste Zeit deines Tages sein. Es ist extrem stressig für deinen Körper, wenn du immer denkst du musst perfekt sein oder anders als du eigentlich bist.

Du bist gut so wie du bist. Wenn du das nicht glaubst, lies diesen Artikel hier:

„Ich bin nicht genug.“ – Schluss damit! 

Achte mal darauf, wann du dich verstellst und wieso. Ich finde es extrem wichtig, hier über dieses Thema zu reden. Denn genau solche offensichtlichen Themen sind meistens die, die am wenigsten ernst genommen werden.

Bitte bleib du selbst. Für dich und auch für alle anderen. Niemand braucht eine Kopie von jemandem oder etwas. Es gibt einen guten Grund, wieso du eben du bist. <3

Kannst du immer du selbst sein und lebst dein Leben so, wie du es dir immer gewünscht hast? 

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12 Antworten

  1. Jan Böttcher sagt:

    Das stelle ich mir sehr lustig vor, wenn du das so bei einem Vorstellungsgespräch vortragen würdest😅 da würde so mancher Unterkiefer runterklappen😂 früher hab ich mich auch gefragt, ob mich die Leute mögen. Heute frag ich mich ob ich die Leute mag. Es ist leider so, wir kommen alle als Original zur Welt, aber die meisten sterben als Kopie. Das hast du wieder schön geschrieben, Sam😌 immer wieder schön zu lesen😊

    • Sam Cadosch sagt:

      Haha ja, die Gesichter wären unbezahlbar 🙈 Super, dass du heute so denkst – das ist enorm wichtig!

      Danke, Jan 😊

  2. Liam sagt:

    Ich heute per Zufall den Begriff „Stan“ gelesen. Ein „Stan“ ist jemand, der so besessen mit einem Promi ist, dass sie ihm alles nachmachen. Eben wie beim Lied „Stan“ von Eminem. Finde irgendwie das passt auch ein wenig zu diesem Beitrag – sei nie ein Stan! Auch sonst war dieser Beitrag schön zum Lesen, scheinst wirklich Talent zu haben!

  3. Das mit dem Vorstellungsgespräch stimmt schon. Lustig, sich das mal so blidlich vor Augen zu führen. Ich frage mich manchmal, ob es nicht für die Personaler auch irgendwann langweilig wird, 50 mal die gleiche Person kennenzulernen 😀

  4. Lisa sagt:

    Ein sehr schöner Blogpost! Da hast du wirklich recht. Das mit dem Vorstellungsgespräch hast du echt lustig geschrieben, haha. 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa

  5. Vor dem Bleiben kommt erst mal das Werden -fast eine noch größere Herausforderung. 😊 Die/der werden, als die/der man gedacht ist. Sich heraus schälen und ent.wickeln aus den Erwartungen der Eltern, der anderen und sogar aus den eigenen. Nein, es ist nicht immer so einfach und ersichtlich, leider. Manchmal kann es ein langer, steiniger Weg sein – er lohnt sich aber. Man lernt sich immer besser kennen. 😊 Und auf diesem Weg üben, nicht böse mit sich zu sein. Anpassung ist immer auch eine „Überlebenstrategie“. Entwicklungspsychologisch ein großes Thema. Danke sehr für Deinen Beitrag.

  6. Maxi M. sagt:

    Liebe Samy,

    wow! dieser Abschnitt (s. unten) hat mich sehr beeindruckt. Aber ja, Du hast absolut Recht! Es ist so! Ich habe Vorstellungsgespräche bis jetzt immer gehasst und meist wird man dort auch immer sehr „absurdes Zeug“ gefragt. Aber die Freiheit, so etwas sagen zu können, ist toll! Mach weiter so! 🙂

    » Hi, ich bin Sam. 21 Jahre alt. Ich liebe es zu schreiben. Die Natur, gleichgesinnte Menschen um mich haben und gesundes Essen sind mir wichtig. Ich bin kreativ, organisiert, liebe die Fotografie und das Reisen. Von meinem Leben erwarte ich eine ganze Menge. Und kein Job der Welt kann das erfüllen. Außerdem möchte ich jeden Tag selbst entscheiden können, was ich tu‘ und lasse und niemand soll mir sagen, wie viel Geld ich verdiene und wann ich morgens aufstehen muss. «

    Viele, liebe Grüße,
    Maxi

    • Sam Cadosch sagt:

      Danke Maxi! Freut mich sehr, das zu lesen 🙂

      Und ja, das sehe ich auch so. Es ist wichtig, sich selbst zu bleiben und nicht immer für andere irgendwer anders zu sein versucht 🙂

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