In den letzten Monaten hat das Wörtchen „normal“ unterbewusst glaub‘ ich sehr viel Verwirrung in mein Leben gebracht. Ich habe angefangen, mich zu fragen, was denn „normal“ ist. Ob ich „normal“ bin. Ob mein Weg „normal“ ist. Bzw. ich wusste, dass er das nicht und das war auch nie mein Anspruch. Ich war gefühlt schon immer sehr weit weg von der Norm und dem, was Leute wohl eigentlich von mir erwartet haben. Und da habe ich mich meistens auch ganz wohl gefühlt.

Das letzte Jahr hat mich dann aber gut überrollt. Wie uns alle, wahrscheinlich. Themen kamen hoch und ich habe angefangen, viel zu lange nachzudenken. Wurde irgendwie blockiert. Habe nur noch funktioniert. Mich angefangen zu vergleichen. Deshalb möchte ich diesen Beitrag hier diesem Thema widmen, denn ich konnte in den letzten Monaten einiges reflektieren und realisieren, wenn’s um das Thema Vergleichen geht. Das Wort „Norm“ bringt uns ganz automatisch schon dazu, Vergleiche zu starten.

Vergleichen ist normal

Dass wir uns mit anderen Menschen vergleichen ist komplett normal. Damals als Kind, haben wir das gebraucht, um zu lernen. Wir haben uns mit unseren Eltern und Vorbildern verglichen, um es ihnen nachzumachen. Um zu lernen. Das hat uns geholfen, laufen, sprechen, essen, etc. zu lernen. Wir mussten keine Theorie studieren – was bei einem Kleinkind auch sehr schwer möglich gewesen wäre 😜 – sondern haben uns angeschaut, was andere machen und wie wir das selbst auch so hinbekommen. Später aber, hat es immer weniger Sinn gemacht, uns zu vergleichen, denn auf einmal waren Vergleiche da, um einen Wettbewerb daraus zu machen. Entweder haben unsere Eltern selbst uns mit anderen verglichen und uns so unterbewusst zu einem Wettbewerb darum, wer besser ist, gezwungen oder wir haben selbst angefangen uns zu vergleichen, weil wir dachten, wir müssen wie alle anderen sein. Unser ganzes Schulsystem ist schon darauf aufgebaut, dass es eine Norm gibt. Diese Norm kann der Klassenschnitt sein. Und wenn du drunter liegst, bist du nicht normal. Wenn alle Schüler Nike Air tragen und du nicht, bist du nicht normal. Wenn alle Mitschüler nach der Schule studieren gehen wollen, du aber nicht, bist du nicht normal.

Es gibt gewisse Normen, die gesetzt sind. Von wem auch immer. Und dann gibt es die Normen, die sich verschieben, je nach Umfeld. In meinem Umfeld ist es z.B. nicht die Norm, angestellt zu sein und 8 Stunden am Tag zu arbeiten. Ich habe mehr Menschen in meinem direkten Umfeld, die selbstständig sind oder nur Teilzeit arbeiten, weil sie andere Prioritäten haben. Es ist also hier nicht unbedingt besonders, dass ich mich damals mit 20 Jahren selbstständig gemacht habe. Wenn ich das ausserhalb meines Umfelds erzähle, ist es jedoch etwas ganz Spezielles. Und auch da spiegelt sich dann wieder die Norm dieser Menschen. Die einen loben mich zum Himmel, weil sie das so unglaublich cool und erstrebenswert finden. Die anderen wollen mir ihre Ansicht von richtig und falsch auferlegen und erzählen mir, dass ich das nicht ewig so weitermachen kann. Dass ich nur Glück hatte, dass das die letzten 4 Jahre so funktioniert hat, es aber überhaupt nicht sicher ist. Und normal schon gar nicht!

Norm nimmt die Luft zum Atmen

Mir hat sie das auf jeden Fall. Weil ich wieder angefangen habe, mich zu vergleichen. Nicht auf die gute, lehrreiche Art und Weise. Auf die limitierende, energieraubende Art und Weise. Mittlerweile glaube ich auch zu wissen, woher das kam. Wieso ich wieder angefangen habe, zu schauen, ob ich „reinpasse“, oder nicht.

Seit einigen Monat gibt es die Maskenpflicht. Und seit einigen Monaten falle ich auf – bin nicht normal. Weil ich keine Maske trage. Menschen hinterfragen nicht, was meine Gründe dafür sind, oder dass ich das gar nicht böse meine. Dass es einfach nicht anders geht. Und ich trotzdem ein Recht auf Einkaufen und draussen sein habe. Seit einigen Monaten trafen mich so viele böse Blicke und Worte, wie schon lange nicht mehr. Menschen haben mir komplett unreflektiert und sehr emotional, teilweise schreiend, mitgeteilt, was ihre Meinung zu mir ist.

Auch wenn ich oft gesagt habe, dass mir das nicht so nahe geht und dass ich damit umgehen kann… unterbewusst hat das auf jeden Fall etwas mit mir gemacht. Es hat mich hinterfragen lassen, wer ich eigentlich bin und ob ich gut genug bin, so wie ich bin. Ob ich „normal genug“ bin. Weil ich wieder einmal zu spüren bekommen habe, dass es sehr weh tun kann, nicht das zu machen, was alle anderen machen.

Genau das habe ich schon öfter erlebt. Einfach immer wegen anderen Themen. In der Kindheit gab es andere Menschen, die für mich das Vergleichen übernommen haben und mir oft genug gesagt haben, dass ich so, wie ich bin, nicht gut bin. Dass ich anders sein muss.

In der Schulzeit gab es „nette“ Schüler, die mir jeden Tag ihre Meinung ins Gesicht gesagt haben. Ihre Meinung zu meinem Aussehen oder meinem Leben. Ich war anscheinend nicht normal und somit nicht mehr „akzeptierbar“ mit meinen Nieten und den zerrissenen Hosen.

Das letzte Jahr brachte viele Parallelen zu damals ans Licht in meinem Leben. Und das hat mich extrem verunsichert. Mir die Luft zum Atmen genommen. Ich habe alles hinterfragt und auf einmal ergab nichts mehr wirklich viel Sinn. Ich fühlte mich verloren und irgendwie „out of space“. Das ist auch der Grund, warum dieses Bild entstanden ist:

Head in the clouds - Sam Cadosch
Head in the clouds – Sam Cadosch
Dieses Gemälde könnte bald an deiner Wand hängen! Schreib‘ mir eine Nachricht, wenn du interessiert bist!

Ich denke, wenn du bis hier gelesen hast, kannst du dich zumindest in Teilen des Textes wiederfinden. Du bist nicht alleine. Es gibt viele Menschen, die sich so fühlen. Die sich selbst hinterfragen und so ihren eigenen Wert aus den Augen verlieren. Und weisst du, was das Gute daran ist? Diese Situation ist ein unheimlicher Booster, um deine eigene Wahrheit wieder zu erkennen. Zu sehen, wer du eigentlich bist, und dass es ohne Vergleiche wundervoll ist, nicht „normal“ zu sein, sondern den Mut zu haben, das zu tun und zu sein, was DU wirklich von Herzen tun und sein willst.

Genau dieses Gefühl hat mich wieder darin erinnert, warum ich diesen Blog hier habe und das Schreiben so liebe. Das hier ist nichts, was mir irgendjemand von aussen aufträgt. Es ist etwas, das frei fliesst und auch gar keine Norm braucht.

Wie fühlst du dich? Und welche „nicht normale“ Entscheidung hat dein Leben unheimlich bereichert? Lass‘ uns darüber austauschen in den Kommentaren! ❤️


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